Klappentext
Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob. Ermittler Bob Oz ist seit dem Unfalltod seiner dreijährigen Tochter nicht mehr er selbst. Seine Frau verlässt ihn, Freunde ziehen sich zurück. Allein die knallharte Polizeiarbeit lässt ihn seine Dämonen für einige Stunden vergessen: Oz jagt einen Mörder, der einen Rachefeldzug gegen Drogenbosse und Waffenhändler in Minneapolis führt. Und immer ist der ihm einen Schritt voraus, trickst Kameras aus, hinterlässt irreführende Spuren. Als er den Bürgermeister der Stadt ins Visier nimmt, der die Waffenlobby unterstützt, stellt die Polizei ihm eine Falle. Doch der Täter plant ein ganz anderes Finale.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.02.2026
Auf Rezensentin Maria Wiesner wirkt der neue Krimi von Jo Nesbo erschreckend aktuell, da Nesbo seinen Ermittler, diesmal nicht Harry Hole, sondern einen Krimiautor, in die Gedankenwelt eines Killers eindringen lässt, der im Jahr 2022 in Minnesota sein Unwesen treibt. Die Themen Waffengewalt, Einwanderung und Trump kommen vor, und einige Schlenker, die Wiesner gefallen, bevor Nesbo doch den Genrekonventionen gehorcht. Mit "leichter Hand" und unter Einsatz vieler Figuren entsteht das Bild eines Amerikas, das dem Ringen um das Waffenrecht nicht entkommt, so Wiesner.
Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 24.01.2026
Rezensentin Sonja Hartl findet an Jo Nesbøs neuem Krimi vor allem die politische Dimension und die europäische Perspektivierung interessant. Auch schon der Plot sei aber "solide konstruiert": es geht um den abgewrackten Polizisten Bob Oz, der 2016 in Minneapolis nach Kindesverlust und gescheiterter Ehe im Fall eines Scharfschützen ermittelt, der es auf Waffenhändler und -lobbyisten abgesehen hat. Gerahmt werde dies in einem klugen erzählerischen "Kniff" durch die im Jahr 2022 verortete Recherchereise eines norwegischen Autors, für Hartl klar ein Alter-Ego Nesbøs, der die Gegend zwar gut kennt, aber dennoch einen Blick von außen auf die USA verkörpert. Wie in dieser speziellen Perspektive dann auch der Mord an George Floyd, der Einfluss der Waffenlobby und das Thema Einwanderung beleuchtet wird, und wie hier auch unwissentlich der Mord an Renee Nicole Goode vorweggenommen wird, findet die Kritikerin lesenswert.
Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 02.01.2026
Rezensentin Sylvia Staude freut sich über das Wagnis, das Jo Nesbo mit diesem Standalone eingeht, wenn er seinen bekannten Ich-Erzähler Harry Hole einmal auf Urlaub schickt und stattdessen einen Journalisten in den Kopf eines Serienmörders im tristen postpandemischen Minnesota eintauchen lässt. Die Rachegeschichte spielt laut Staude auf zwei Zeitebenen, hat eine Rahmenhandlung und allerhand überraschende Wendungen. Allerdings setzt der Autor hier mehr als in seiner Hole-Reihe auf Charakterzeichnung und Dialoge denn auf Action, stellt Staude fest. Politisch ist der Text mit seinem Blick auf die zerrissenen USA auch, so die Rezensentin.
Themengebiete
Kommentieren

