Henning Ahrens

Kein Schlaf in Sicht

Gedichte
Cover: Kein Schlaf in Sicht
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008
ISBN 9783100005250
Gebunden, 92 Seiten, 16,90 EUR

Klappentext

Der großen Intensität des Gefühls gelingt es in diesen Gedichten, dem Alltag Leben einzuhauchen. Es sind Visionen, die mit den Lebenslügen aufräumen. Am Rande der Zeit, des Traums und des Hier und Jetzt entsteht eine leuchtende Eigenständigkeit, wie sie nur noch im Gedicht gelingen kann. Es ist nicht der Versuch, schöne Worte zu finden, sondern die Sehnsucht nach den richtigen. Eine Stimmung, die eindringlich und ernst, schwärmerisch und ironisch zugleich ist. Der Zugang zu dieser Wirklichkeit heißt Sinnestäuschung oder Unaufmerksamkeit, Verzweiflung oder Müdigkeit. Der Erzähler dieser Gedichte wendet sich dem Traum, dem Nebenbei, den unmittelbaren Bildern im Bedürfnis nach Orientierung in der Welt zu. Jedes Gedicht ist auch ein Versuch, die schwierigen und schwer wiegenden Fragen mit Leichtigkeit zu stellen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.10.2008

Ganz froh darüber, dass der Autor die Grenze zur Larmoyanz nicht überschreitet, widmet sich Wulf Segebrecht den Gedichten von Henning Ahrens. Segebrecht durchschreitet die drei Teile des Bandes: Von heiteren, satirischen Szenen zu den Topoi Buchmesse, Lesung, Kritiker im ersten über "routiniert gereimte" Zyklen für Weinliebhaber und Fantasyfans im zweiten bis hin zur lyrisch verarbeiteten Trennungsgeschichte im dritten Teil. Am Ende weiß der aufmerksame Rezensent auch, was diesen Dichter vor der Larmoyanz bewahrt: Alltag, Selbstironie und der Rat der Mutter.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.09.2008

Aus drei Teilen besteht dieser neue Gedichtband des Übersetzers und Schriftstellers Henning Ahrens. Irgendwie autobiografisch sind alle Teile, im ersten aber geht es "heiter-ironisch-satirisch" zu, so der Rezensent Wulf Segebrecht. Im zweiten wird erzählt, werden Figuren erfunden wie der Monsieur Cauchemar und es entstehen ganze Zyklen mit den erfundenen Figuren als Helden, darunter eine modernisierte Variante der Geschichte vom Zauberlehrling. Der dritte Teil dagegen verarbeitet eine Trennung, ohne dabei je in Selbstmitleid zu verfallen. Ironisch und "selbstironisch" ist dabei nämlich der Ton wie in den vorigen Teilen auch und man wird der launigen Rezension nicht unrecht tun, wenn man vermutet, dass ihr Verfasser seinen Spaß bei der Lektüre dieses Bandes gehabt hat.
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Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 22.07.2008

Hans-Heribert Räkel sieht die hoffnungsfrohen Erwartungen, die man nach dem Debüt vor fast zehn Jahren an den 1964 geborenen Henning Ahrens gerichtet hat, reichlich erfüllt und zeigt sich auch von seinem jüngsten Gedichtband sehr angetan. Der Band "Kein Schlaf in Sicht" versammelt neben ganz neuen Gedichten auch ältere aus den Jahren zwischen 2002 und 2006, er beinhaltet erzählende Zyklen sowie einige "erotische Olga-Gedichte", die dem Band "Stoppelband" entnommen sind, informiert der Rezensent. Besonders fasziniert ihn augenscheinlich, wie Ahrens in seinen Gedichten von der durch Erfahrung gefärbten Beobachtung zu seinen eigenwilligen, alle Sinne ansprechenden lyrischen Perspektiven kommt. Ob in den Versen Ernst und Schönheit, Ironie und heitere Gelassenheit oder gar "knirschender Zynismus" überwiegt, insgesamt überzeugten die Gedichte durch subtilen Reim- und Rhythmuseinsatz, der sich in den Augen Räkels erst beim zweiten Lesen gänzlich erschließt. Und hingerissen ist der Rezensent auch von den Gedichten, die von scheinbar banalen Alltagsbeobachtungen ausgehen, sich dann aber nicht selten zu "elegischer Abgeklärtheit" aufschwingen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 13.03.2008

Bodenständigkeit und Sprachartistik zugleich sieht Dirk Knipphals in Henning Ahrens' Gedichtband "Kein Schlaf in Sicht" am Werk. Ahrens' Gedichte handeln von so unspektakulären Dingen wie Fahrradfahrten, Küchengesprächen, Fensterblicken und Mausefallen, berichtet der Rezensent. Dabei gelinge es Ahrens, diese alltäglichen Erfahrungen und Beobachtungen mittels seines Arsenals lyrischer Metaphern in Schwingung zu versetzen. Ahrens scheut auch nicht davor zurück, literarische "Wallungswerte" wie Nymphen und Mänaden zu beschwören, beobachtet der Rezensent mit einiger Faszination. Indem Ahrens die literarische Welt an der Konkretion des Alltäglichen Funken schlagen lässt, gelingt es ihm, neue, fremde Blicke auf das allzu Bekannte zu werfen, lobt Dirk Knipphals Ahrens' Gedichte.