Moria. Das Flüchtlingslager auf Lesbos steht inzwischen sinnbildlich für das, was falsch läuft in der europäischen Flüchtlingspolitik. Helge-Ulrike Hyams kam im Herbst 2019 mit einer NGO hierher. Einen Winter lang hat sie mit Geflüchteten aus aller Welt gelebt und gesprochen, hat zugehört und seelische Unterstützung geleistet, bis im März der Sitz ihrer Organisation verbrannte, ein halbes Jahr bevor auch Moria in Flammen aufging. Helge-Ulrike Hyams zeichnet aus nächster Nähe das Porträt eines Ortes und seiner Menschen - jener, die hier ausharren müssen, der Volunteers und der Einheimischen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 29.03.2021
Rezensent Martin Gerner folgt dem Bericht der freiwilligen Helferin Helge-Ulrike Hyams, die zehn Monate im Lager Moria auf Lesbos gearbeitet hat, mit atemlosen Interesse. Vom Betrieb ihrer NGO, der eigenen Überforderung und Grenzen, der von Missverständnissen geprägten Auseinandersetzung mit Flüchtlingen und Einheimischen erzählt die Autorin laut Gerner mit intimer Kenntnis, einfühlsam und mit dem Bewusstsein, dass ihre Erfahrungen jungen Freiwilligen nützlich sein dürften. Hyams Rat zu mehr Selbstkritik bei den Helfern, bleibt Gerner im Gedächtnis.
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