Heinrich Hoffmann

Der Struwwelpeter

Oder lustige Geschichten und drollige Bilder
Cover: Der Struwwelpeter
Reclam Verlag, Ditzingen 2009
ISBN 9783150185698
Kartoniert, 78 Seiten, 3,60 EUR

Klappentext

Nach der Druckfassung von 1859 unter Berücksichtigung der Handschriften hrsg. von Peter von Matt. Mit zahlreichen farbigen Illustrationen. Hoffmanns Struwwelpeter ist nicht totzukriegen. Etwas merkwürdig ist das schon, denn eigentlich wurde damit "ein unbestreitbar dilettantisches Produkt zum Klassiker", so Peter von Matt in seinem Nachwort. Dennoch tummeln sich der Zappel-Philipp, Hans Guck-in-die-Luft, Paulinchen mit dem Feuer, der Fliegende Robert oder der titelgebende Struwwelpeter selbst seit nunmehr gut 160 Jahren höchst lebendig in den Kinderzimmern. Der Band bietet alle Zeichnungen in Farbe und erstmals die Texte der Buchausgabe von 1859.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.06.2009

Wer im "Struwwelpeter" nur das Musterbeispiel schwarzer Pädagogik sieht, hat etwas Grundsätzliches nicht verstanden. Das sagt Peter von Matt in seinem Essay zur neuen Ausgabe des auch zum 200. Geburtstag seines Verfassers alles andere als vergessenen Kinderbuchs. Und der Rezensent Lothar Müller kann es nur unterstreichen. Natürlich - es gebe all die deutlichen Warnungen und drakonischen Strafen. Dabei dürfe und könne man, wolle man den Erfolg der Bildergeschichten verstehen, die andere Seite nicht übersehen: das anarchische Potenzial all der ungezogenen, ungekämmten, gemeingefährlichen Kinder. Daraus nämlich erwachse dem Buch jene "elementare Wucht", die es auch genau 150 Jahre nach der hier neu aufgelegten Ausgabe zu jenem Klassiker machen, der schon Autoren wie Peter Weiss oder Hans-Magnus Enzensberger inspiriert hat. Auf eine schlagende Formel gebracht: Im "Struwwelpeter" steckt, so Müller, der "Anti-Struwwelpeter" längst schon drin.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.06.2009

Nun also gibt es den "Struwwelpeter", umstrittenen Klassiker schwarzer Pädagogik, auch als kleines gelbes Reclam-Heft. Rezensent Alexander Kosenina nützt die Gelegenheit, noch einmal die Entstehungsgeschichte des so geadelten Klassikers zu schildern: Der Arzt Heinrich Hoffmann hatte die Geschichten erst für seine Kinder gezeichnet, der Struwwelpeter wurde erst nachträglich zur zentralen Figur. Die Psychoanalyse hat das Buch als gefährlich verworfen, dagegen wird es von Kosenina entschieden verteidigt. Dass es sich um nicht mehr als "Sonntagsreimerei" und "Sonntagszeichnerei" handelt, gesteht er zu. Der Wirkung, hält er dagegen, hat es ganz offenkundig keinen Abbruch getan.