Heinrich Breloer

Ein tadelloses Glück

Der junge Thomas Mann und der Preis des Erfolgs
Cover: Ein tadelloses Glück
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2024
ISBN 9783421070364
Gebunden, 464 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

In "Ein tadelloses Glück" erzählt Breloer aus den Jahren vor Beginn des Ersten Weltkriegs: Von Thomas Mann als ehrgeizigem jungen Schriftsteller, der mit den "Buddenbrooks" einen ersten Erfolg, aber noch nicht das gesellschaftliche Ansehen erreicht hat, von dem er träumt. Dem schmerzlich bewusst ist, dass es dafür die Ehe bräuchte und dass seine Sehnsucht nach dem Anblick männlicher Schönheit ein Geheimnis bleiben muss. Erst als Thomas auf Katia, die Tochter der jüdisch-großbürgerlichen Familie Pringsheim, trifft, ist ihm klar: Die oder keine! Allein mit ihr, das spürt er, kann ihm der Aufstieg gelingen. Doch um Katia für sich zu gewinnen, begibt Thomas sich auf ein glattes gesellschaftliches Parkett.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 21.11.2024

Spannender Gegenstand, lauwarme Umsetzung: So urteilt Rezensent Helmut Böttiger über Heinrich Breloers Thomas-Mann-Buch, das sich selbst keine Gattungsbezeichnung verpasst und eine Schlüsselphase im Leben des Schriftstellers behandelt, nämlich die Zeit vor dessen großem Durchbruch, als er, als noch junger Autor, um Katia Pringsheim warb. Warum ist diese Phase so wichtig im Leben Manns? Weil sie, referiert Böttiger im Anschluss an aktuelle Forschung, einerseits Erkenntnisse über die Fähigkeit Manns verspricht, seine Homosexualität literarisch umzucodieren, und weil es ihm andererseits darum ging, gesellschaftlich aufzusteigen. Breloer arbeitet diesen Stoff effektbewusst und durchaus in Kenntnis der relevanten Quellen zu einem Text um, der laut Böttiger eher Roman als Sachbuch ist und zum Teil wie ein Entwurf für ein Drehbuch wirkt. Psychologische Komplexität ist hier Mangelware, stattdessen sucht Breloer, kritisiert der Rezensent, nach starken Bildern, die Behauptung bleiben. Gerade einem Schriftsteller wie Mann wird man nur gerecht, wenn man selbst ein Bewusstsein für Sprache hat, glaubt Böttiger, der eben ein solches in Breloers teils unangenehm kolportageartigen Buch vermisst.

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