Heike Geißler

Nichts, was tragisch wäre

Roman
Cover: Nichts, was tragisch wäre
Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), München 2007
ISBN 9783421042194
Gebunden, 128 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

"Nichts, was tragisch wäre" erzählt die kurze Geschichte einer kleinen Revolte. Eine Autorin steht kurz vor der Fertigstellung ihres Romans, als sie feststellt, dass ihr die Lieblingsfigur abhanden gekommen ist. Diese sträubt sich, beschrieben zu werden; sie fordert eine andere Geschichte, die ihr die Autorin jedoch nicht schreiben möchte. Es entwickelt sich eine Beziehung zwischen den beiden.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 10.09.2007

Heike Geißler versucht das Problem des Folgebuches nach einem sehr erfolgreichen Debütroman durch eine gewiefte Verweigerung in den Griff zu bekommen, doch vollkommen gelingt ihr das nicht, meint Jutta Person. In dreifacher Ich-Auffächerung wird einmal von einer schweren Schreibblockade der Ich-Erzählerin, vom Auftreten einer widerspenstigen Romanfigur eben dieser Ich-Erzählerin und schließlich von einer jungen Schriftstellerin erzählt, die im nachgeschneiderten Kleid einer Schauspielerin, die sich von einem Hochhaus gestürzt hat, auf einem Hallenser Hochhaus steht, erzählt. Nicht umsonst habe das Buch keine Gattungsbezeichnung mitbekommen., meint Person. Trotz der durchaus bewundernswerten "Meta-Schleifen" sehnt sich die Rezensentin dennoch nach einer richtigen Geschichte, und schließlich muss sie voller Bedauern einräumen, dass der noch unverstellte Debütroman Geißlers tatsächlich beeindruckender war als dieses Buch.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.07.2007

Walter Hinck betont, dass von Heike Geißlers jüngstem Prosaband weder die gleiche "atemlose Dramaturgie", die ihrem Debüt bescheinigt worden ist, noch ein geschlossenes Romangefüge erwartet werden darf. Vielmehr ist darin die Rede von einem missglückenden Romanprojekt, Auseinandersetzungen zwischen Figur und Autorin, es werden poetologische Überlegungen angestellt und verschiedene Versionen des Erzählten gegeneinander gestellt, erklärt der Rezensent. Die selbstreflexiven Spiele der Autorin gehören nicht nur seit der Romantik zum Repertoire der Schriftsteller, sie können auch trotz durchaus reizvoller ästhetischer Effekte auf Dauer anstrengen und im schlimmsten Fall sich als schlichter "Erfahrungsmangel" entpuppen, gibt der Rezensent zu bedenken. Diese Gefahr sieht er gerade bei der durch Stipendien und Stattschreiberposten über Wasser gehaltenen jungen Autorengeneration gegeben, weshalb er dem Band von Geißler dann doch attestieren will, einen "neuralgischen Punkt" zu treffen.
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Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 22.03.2007

Die Schwierigkeit, den zweiten Roman zu schreiben, kann Wiebke Porombka durchaus nachvollziehen: "Vertrackte Sache". Dass Heike Geißler das gleich zum Thema ihres zweiten Romans macht, findet sie auch nicht so schlimm. Eine Satire auf den Schöpfungsprozess, denkt sie noch, merkt aber an der "streckenweise elegischen Sprache" sehr bald, dass es der Autorin "bitterernst" ist. Und das, meint Porombka, geht dann doch nicht, nicht gut jedenfalls. Zumal der Rezensentin nicht entgeht, wie sehr das schmale Büchlein seinem Vorgänger strukturell gleicht. Dass Porombka dennoch neugierig bleibt auf Geißlers drittes Buch, zeugt von echter Rezensentinnengröße.
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