Welche Rolle spielte das Christentum in der Geschichte des zu Ende gegangenen 20. Jahrhunderts? Welche Wandlungen hat es angesichts der ungeheuren technologischen, kulturellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Umwälzungen erfahren? Hartmut Lehmann erklärt die partielle Säkularisierung des Christentums im 20. Jahrhundert anhand einzelner, besonders aufschlussreicher Fälle. Im Mittelpunkt steht der Protestantismus in Mitteleuropa.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2002
Rezensent Harm Klueting scheint mit Hartmut Lehmanns Aufsatzband recht zufrieden zu sein. Er äußert sich jedenfalls weder positiv noch negativ, sondern begnügt sich damit einige Thesen Lehmanns zum Thema Säkularisierung zu referieren. Lehmann begegnet nach Kluetings Darstellung einer eindimensionalen Säkularisierungsthese kritisch. Dagegen gebrauche er den Begriff einer "partiellen Säkularisierung". Gemeint ist, dass die Abkehr vom Christentum nicht mit einer Abkehr von jeder religiösen Wertorientierung gleichzusetzen ist. Mit der Säkularisierungsthese allein, könne man die religiösen Entwicklungen im Europa des 20. Jahrhundert nicht hinreichend erklären. So sieht Lehmann laut Rezensent in den Kirchenaustrittszahlen zwar einen Indikator für die Entkirchlichung, nicht aber für eine generelle Religionslosigkeit. Der Rezensent hebt insbesondere hervor, dass Lehmann auch problematische Formen von Säkularisierung zur Sprache bringt. So sei die Überzeugung evangelischer Pfarrer in der Zwischenkriegszeit, die "Judenfrage" als "rassische Frage" zu begreifen, eine "erstaunliche und in den Folgen fatale Variante der Säkularisierung" gewesen.
Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Botho Strauß: Bleiben und Blicken In Botho Strauß' neuem Buch geht es um die Zeit und ihr Vergehen, um den Zauber der Kunst, um das Originale und das Eigentliche. Vor allem sind es Begegnungen und Nichtbegegnungen,… Dana Vowinckel: Anton und Alma Anton und Alma lernen sich bei einem Schüleraustausch in der Bretagne kennen. Jahre später treffen sie sich auf einer Party wieder. Beide kommen aus Berlin und studieren…