Hartmut Lehmann

Protestantisches Christentum im Prozess der Säkularisierung

Cover: Protestantisches Christentum im Prozess der Säkularisierung
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2002
ISBN 9783525362501
Kartoniert, 218 Seiten, 29,90 EUR

Klappentext

Welche Rolle spielte das Christentum in der Geschichte des zu Ende gegangenen 20. Jahrhunderts? Welche Wandlungen hat es angesichts der ungeheuren technologischen, kulturellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Umwälzungen erfahren? Hartmut Lehmann erklärt die partielle Säkularisierung des Christentums im 20. Jahrhundert anhand einzelner, besonders aufschlussreicher Fälle. Im Mittelpunkt steht der Protestantismus in Mitteleuropa.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 03.04.2002

Rezensent Harm Klueting scheint mit Hartmut Lehmanns Aufsatzband recht zufrieden zu sein. Er äußert sich jedenfalls weder positiv noch negativ, sondern begnügt sich damit einige Thesen Lehmanns zum Thema Säkularisierung zu referieren. Lehmann begegnet nach Kluetings Darstellung einer eindimensionalen Säkularisierungsthese kritisch. Dagegen gebrauche er den Begriff einer "partiellen Säkularisierung". Gemeint ist, dass die Abkehr vom Christentum nicht mit einer Abkehr von jeder religiösen Wertorientierung gleichzusetzen ist. Mit der Säkularisierungsthese allein, könne man die religiösen Entwicklungen im Europa des 20. Jahrhundert nicht hinreichend erklären. So sieht Lehmann laut Rezensent in den Kirchenaustrittszahlen zwar einen Indikator für die Entkirchlichung, nicht aber für eine generelle Religionslosigkeit. Der Rezensent hebt insbesondere hervor, dass Lehmann auch problematische Formen von Säkularisierung zur Sprache bringt. So sei die Überzeugung evangelischer Pfarrer in der Zwischenkriegszeit, die "Judenfrage" als "rassische Frage" zu begreifen, eine "erstaunliche und in den Folgen fatale Variante der Säkularisierung" gewesen.
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