Hartmut Lange

Der Therapeut

Drei Novellen
Cover: Der Therapeut
Diogenes Verlag, Zürich 2007
ISBN 9783257065961
Gebunden, 148 Seiten, 18,90 EUR

Klappentext

Berliner Seen, verschwiegene Gewässer mit ungeahntem Sog: der ideale Ort, um zu verschwinden oder jemanden verschwinden zu lassen. Ihr Gegenstück, die ausgeleuchtete Öffentlichkeit: eine Theaterbühne als Ort für einen kunstvoll inszenierten Abgang. Drei Novellen.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 26.04.2008

Rezensentin Jutta Person scheint zufrieden mit diesen Novellen Hartmut Langes, ihre Begeisterung hält sich allerdings in Grenzen. Im Mittelpunkt aller drei Novellen sieht sie kauzige Herren - einen Philosophen, einen alternden Schauspieler, einen Autor der Zeitschrift Gartenbaukunst -, die auf einmal von Wahrnehmungsstörungen heimgesucht werden und denen die Wirklichkeit zunehmend als zweifelhafte Sache erscheint. Dabei seien Langes Protagonisten eher Durchschnittsneurotiker, die keineswegs psychotischen Wahnvorstellungen verfallen. Die "Zweifel-Signale", die der Autor in seine Texte einstreut, fallen zu ihrem Bedauern aber "viel zu deutlich" aus. Andererseits schätzt sie den "gediegenen, ein bisschen knarzigen Tonfall" der Novellen, der die Abgründe des totalen Realitätsverlusts nur andeutet.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.11.2007

Fasziniert zeigt sich Maria Frise von diesen Novellen Hartmut Langes. Sie charakterisiert ihn als "großen Einzelgänger", der einen eigenen Weg geht und sich vom Literaturbetieb fern hält. Wie keinem zweiten zeitgenössischen Schriftsteller gelinge es Lange, der "unterdrückten Angst vor dem Leben" nahe zu kommen. Davon ist für sie auch in den vorliegenden Novellen etwas zu spüren, die ihr ebenso geheimnisvoll wie fesselnd erscheinen. Sie hebt hervor, dass der Autor dabei keineswegs die typischen Mittel des Krimis nutzt, um Spannung zu erzeugen. So bleibe es in der Geschichte "Der Hundekehlesee", in der die Geliebte des Philosophen Wernigerode verschwindet, etwa bei Andeutungen und Indizien, die eine beunruhigende Atmosphäre erzeugen. Besonders gefallen hat Frise auch die "melodische" Sprache, die sie an Kleist erinnert.
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