Aus dem Schwedischen von Klaus-Jürgen Liedtke. Die Natur in "Schwärmer und Schnaken" ist keineswegs nur Idylle, sie ist Spiegel sowohl für Martinsons Innenwelt als auch für das, was um ihn herum vor sich geht. Politisch, biologisch, gesellschaftlich: Mensch und Natur stehen in einer Beziehung zueinander. Unser Blick formt die Natur und bildet sie erst, die Natur wiederum schult unser Auge und zwingt es zur Genauigkeit. Klaus-Jürgen Liedtke hat eine Auswahl aus den Naturtexten zusammengestellt und in eine Sprache übertragen, die Harry Martinsons komplexe Betrachtungen und wortmächtige Ausmalungen auch im Deutschen zu einem reichen Lektüreerlebnis werden lässt. Die dichten Beschreibungen sind Glanzlichter der Sprachkunst, mit einer präzisen Formulierung das Wesen einer Erscheinung zu erfassen. "Hört mir zu, ich wispere aus dem Bach", steht an einer Stelle. Martinson folgt dieser Aufforderung, er entziffert die Natur und lauscht ihr ihre Geheimnisse ab.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 25.05.2021
"Still und funkelnd" nennt Rezensent Christoph Schröder dieses Buch mit vierzig Texten aus den dreißiger bis siebziger Jahren des schwedischen Literaturnobelpreisträgers Harry Martinson. In den Naturessays des Schriftstellers, der sich 1978 das Leben nahm, verschmilzt der Kritiker geradezu mit der Natur: Ob ihm Martinson das "Echo des Ziegenmelkers", einen Sommersee, eine von der Natur zurückeroberte Zeche, eine Mohnkapsel oder einen Käfer beschreibt - überall findet Schröder wunderbare Beobachtungen, Überraschungen und "originelle" Bilder ohne Kitsch, aber mit eindringlicher Atmosphäre. Die Arbeit des Übersetzers und Herausgebers Klaus-Jürgen Liedtke ist nicht genug zu würdigen, schließt er.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 16.03.2021
Rezensent Steffen Herrmann preist die Essays des Schweden Harry Martinson aus den Jahren 1937 bis 1939. Martinsons genauer, nicht verklärender Blick auf die Natur fesselt Herrmann. Intensiv findet er die Begegnung des Autors mit Pflanze und Tier. Dass der Krieg in den Texten nur sporadisch vorkommt, macht sie für Herrmann zeitlos. Der Literaturnobelpreisträger von 1974 ist hier noch zu entdecken, meint er.
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