Harriet Armstrong

Richtig großes Glück

Roman
Cover: Richtig großes Glück
Luchterhand Literaturverlag, München 2026
ISBN 9783630877884
Gebunden, 288 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Cornelia Rösler. Eine junge Frau auf der Suche nach Bedeutung: ein Campusroman über akademische Enttäuschungen und romantische Obsessionen. Was bedeutet es, ein Mensch zu sein? In ihrem letzten Studienjahr kämpft die Ich-Erzählerin darum, einen Platz in der Welt zu finden. Doch: Weder die Psychologievorlesungen über das Ritual des Geschenkemachens und die Klimakrise noch die weinseligen Treffen der Literary Society oder die obskuren Kunstaustellungen bringen sie weiter auf der Suche nach der großen Erkenntnis, die ihr die Universität versprochen hatte. Auch ihre Abschlussarbeit, für die sie stundenlang Videoaufnahmen von Kleinkindern auswerten muss, erscheint ihr sinnlos. Aufschlussreicher sind da die peinlichen Situationen im Wohnheim. Und die endlosen Gespräche mit Mitbewohner Luke. Vielleicht kann sie mit seiner Hilfe endlich das richtig große Glück finden?

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 05.06.2026

Weshalb nicht alle Romane nur aus der Aufzählung sinnloser Ereignisse bestehen, fragt sich die Protagonistin in Harriert Armstrongs Debütroman einmal angesichts einer Reihe moderat unangenehmer Erfahrungen. Rezensentin Manuela Reichart fühlt sich daraufhin bemüßigt, dieser Debütantin zu erklären: Genau darin besteht die Kunst des Schreibens: diese sinnlosen Ereignisse, aus denen das Leben besteht, "in eine Form zu bringen", alltägliche Erfahrungen zu kondensieren, könnte man ergänzen. Ganz bestimmt aber besteht sie nicht darin, einfach nur die universellen Zweifel, Fragen und Plattitüden einer jungen, unzufriedenen Studentin aneinander zu reihen, ein paar Träume dazwischen zu schieben, ein bisschen ödes Alltagsgeschehen, langweilige Beschreibungen von langweiligen Tätigkeiten, schlechte Schilderungen von schlechtem Sex usw., so wie Armstrong es im vorliegenden Text tut. Vielleicht wäre eine Kurzgeschichte die angemessenere Form für diesen Stoff gewesen, weil sie dazu zwingt, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren, überlegt die Rezensentin. Als Roman jedoch funktioniert "Richtig großes Glück" leider ganz und gar nicht, so die enttäuschte Rezensentin.