Aus dem Amerikanischen von Verena Kilchling. Es ist ein heißer Sommer in Cambridge, Semesterferien, und ein jüdischer Literaturstudent aus Alexandria bleibt auf dem verlassenen Campus zurück. In einem Café begegnet er einem tunesischen Taxifahrer mit dem Spitznamen Kalaschnikow - dieser redet nicht nur schnell, er beeindruckt auch durch sein smartes, einnehmendes Auftreten. Die beiden schließen Freundschaft und sinnieren fortan über das Leben, jagen Frauen hinterher, rasen mit dem Taxi durch die Nacht und schimpfen auf Amerika. Bis der Herbst beginnt und sich alles zu verändern droht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.06.2014
Oliver Jungen scheint eine Menge gelernt zu haben mit diesem Roman von André Aciman. Etwa dass Karriere nicht alles ist, oder auch, dass sich der Autor die Rahmenhandlung hätte sparen können. Was nicht bedeutet, das Buch sei schlecht, im Gegenteil, Jungen ist hellauf begeistert von Acimans spritziger, kurzweiliger Erkundung der Identitätsproblematik in der Migration. Psychologisch scheint ihm der Autor auf der Höhe der Kunst zu sein, ebenso, was die Atmosphärik des Texts und Lebendigkeit des Erzählens betrifft. An Proust und Rohmer gemessen, den Leitsternen des Autors, kann die treffende Schilderung der Parallelwelt von Harvard, wo der Held des College-, Migration- und Bohemeromans im heißen Sommer 1977 das Leben und die Liebe studiert, durchaus mithalten, findet der Rezensent.
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