Claire Lynch

Familiensache

Roman
Cover: Familiensache
Penguin Verlag, München 2025
ISBN 9783328604266
Gebunden, 256 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bernhard Robben. Ein Haus, einen Ehemann, ein Baby: Eigentlich hat Dawn alles, was man sich im England der 1980er-Jahre wünschen sollte. Doch dann lernt sie Hazel kennen und beginnt zu ahnen, welches andere Leben möglich wäre. Plötzlich ist alles viel heller - und komplizierter. Denn Dawn hat Verpflichtungen: Dawn hat ihre kleine Tochter Maggie. Jahrzehnte später ist Dawn für Maggie nur eine schattenhafte Erinnerung. Ihr Vater Heron hat sie allein großgezogen, die beiden sind ein Herz und eine Seele. Als Heron eine Diagnose erhält, die sein Leben völlig auf den Kopf stellt, erzählt er Maggie zunächst nichts davon. Denn über unbequeme Wahrheiten hat er schon immer lieber geschwiegen - so wie über das, was 1982 passiert ist … 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 08.10.2025

Konservativ ist die Erzählweise von Claire Lynch, findet Rezensent Michael Eggers: nämlich ungefiltert und einem strengen psychologischen Realismus verpflichtet. Sie verzichtet auf sprachliche Experimente oder poetische Ausschmückungen und lenkt den Blick der Leser direkt auf das Geschehen. Gerade diese Nüchternheit verleiht der Erzählung Authentizität und emotionale Tiefe. Claire Lynchs Debütroman erzählt von den Traumatisierungen lesbischer Mütter in den 1980er Jahren: Maggie erfährt, dass ihre Mutter Dawn sie nicht freiwillig verlassen hat, sondern nach einer lesbischen Liebesbeziehung das Sorgerecht verlor und sich aus ihrem Leben zurückziehen musste. Der Roman zeigt, dass diese Form der Diskriminierung in England ebenso wie in Deutschland weit verbreitet war. Überzeugend ist er durch seine klare, unaufgeregte Sprache und die psychologische Genauigkeit der Figurenzeichnung. Ein stiller, aber eindringlicher Roman, versichert Eggers. 

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