Mit ca. 50 Abbildungen. Harald Falckenberg erhält das Wort. Als "Collector", der junge und unangepasste Kunst sammelt wie kein anderer. Als Richter, der Kunst und ihren Kontext heute kritisch beurteilt und - wenn nötig - auch verurteilt. Neben scharfsinnigen Berichten über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen im Kunstbetrieb beinhaltet dieser Band persönliche Stellungnahmen (Überblick der Sammlung, Interview mit Wilfried Dörstel) sowie leidenschaftliche Plädoyers für Künstler, die sich, wie der Autor, nicht davor scheuen, zivilen Ungehorsam zu leisten (Werner Büttner, Jonathan Meese, Paul McCarthy, Herbert Volkmann u.a.).
Harald Falckenberg, weiß Brigitte Werneburg, ist - obwohl er erst Mitte der Neunziger damit begonnen hat - ein "relevanter Sammler" von Kunst. Nicht jedoch irgendwelcher Kunst, sondern nur solcher, die vom unbedingten und unstrategischen Geist zivilen Ungehorsams beseelt ist. (Und deren Schöpfer, wie Werneburg mit Blick auf die Sammlung hinzufügt, männlichen Geschlechts sind.) Es stelle sich also die Frage: Was genau meint der Mann damit? Eine Antwort hat Werneburg in Falckenbergs Texten nicht gefunden, dafür eine Menge nebliger Bedeutungshuberei und ungezählte blinde Verweise. Ein wenig könne man vermuten, dass sich seine Faszination in erster Linie an Persönlichkeiten und Lebensstilen - die Figur des Außenseiters - orientiere. Aber wie auch immer: Als Sammler mag Falckenberg eine Rolle spielen, als kritische oder theoretische Stimme ist er nach Ansicht der Rezensentin ein Ausfall.
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