Hans-Ulrich Schiedt

Auf den Spuren der Arbeitstiere

Eine gemeinsame Geschichte vom ausgehenden 18. bis in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts
Cover: Auf den Spuren der Arbeitstiere
Chronos Verlag, Zürich 2024
ISBN 9783034017640
Gebunden, 350 Seiten, 48,00 EUR

Klappentext

Die Arbeitstiere - in unseren Breitengraden Pferde, Esel, Maultiere, Hunde und Rinder - waren auf dem Land und in den größer werdenden Städten allgegenwärtig. Sie waren in der untersuchten Zeit wichtige Teile des sozialen Lebens und hinterliessen Spuren in der Gesellschaft, in der von und mit ihnen geschaffenen Welt sowie in den Archiven. Aus ihren produktiven Potenzialen und aus den Bedingungen ihrer Reproduktion ergaben sich bestimmte Lebensformen, Wirtschaftsweisen und Raumordnungen. Das facettenreiche gemeinsame Leben der Menschen und ihrer Arbeitstiere sowie der von ihnen geteilte Raum sind bis anhin erst in Ansätzen als eine gemeinsame Geschichte wahrgenommen und geschrieben worden. Der Autor folgt den sozial-, agrar-, wirtschafts-, verkehrs- und kulturgeschichtlichen Fährten der Arbeitstiere durch die Gesellschaft. Auf diesen treffen wir nicht nur Tiere und Menschen an, sondern mit den mensch-tierlichen Gespannen jene Form der Kooperation, in der das Handeln und das Wirken beider zu einem vielfach evidenten Dritten wurde. Die damit verbundenenFragen nach Vernunft, Intelligenz, Willen und nach Handlungsoder Wirkmacht der Tiere sind nicht neu. Sie haben die sich mit Tieren befassenden Akteur:innen seit je umgetrieben. Die Spuren führen weg vom gewöhnlich unterstellten Natur-Kultur- oder vom Subjekt-Objekt- Gegensatz und weg von den Prämissen der sogenannten anthropologischen Differenz in eine Welt, in der Menschen und Tiere nah miteinander verbunden waren und mehr voneinander wussten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.09.2024

Rezensent Urs Hafner staunt, wie eindringlich Hans Ulrich Schiedt in seinem Buch zeigen kann, inwieweit Arbeitstiere unsere Moderne mitgeprägt und -getragen haben, Zughunde, Droschkengäule, Rinder und andere mehr prägten bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts nicht nur das Land, sondern auch das Stadtbild, stellt Hafner bei Sichtung der vielen Bildquellen im Band fest. Sie waren unerlässlich für den Warentransport, aber auch in anderen Kontexten, erklärt der Rezensent. Überraschend für ihn auch, wie gründlich sie verschwanden, von der Straße und aus dem Gedächtnis. Als wollte der Mensch die Moderne als sein alleiniges Werk darstellen, so Hafner. Dagegen positioniert sich der Band des Historikers Schiedt laut Hafner als "Pionierstudie".

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