Mit zahlreichen zum Teil farbigen Abbildungen und Zeichnungen. Das Stadthaus - seit knapp zehn Jahren spielt diese Gebäudetypologie eine wesentliche Rolle in der Architektur- und Städtebaudebatte, nicht nur in Deutschland. Nach dem Rückzug des Staats aus den sozialen Wohnungsbauprogrammen und einer Renaissance der Innenstädte erhalten privat finanzierte innerstädtische Wohnprojekte eine neue Aufmerksamkeit. In diesem Band der Reihe Handbuch und Planungshilfe resümiert Autor Hans Stimmann, über mehr als ein Jahrzehnt Senatsbaudirektor in Berlin und Wegbereiter des neuen Stadthausbooms, über politische Strategien, theoretische Konzepte und baugeschichtliche Wurzeln des Stadthauses in Berlin. Dazu hat er mehr als 50 gebaute Beispiele kritisch analysiert und in einen städtebaulichen Zusammenhang gestellt.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.02.2012
Höchst interessiert hat Michael Mönninger in Hans Stimmanns Buch zu neuen Berliner Stadthäusern geblättert. Dem Entstehen des Buches ging ein "Eklat" voraus, den uns der Rezensent nicht vorenthält, nämlich die Weigerung vieler Architekten, dem Autor, von 1991 bis 2006 Senatsbaudirektor in Berlin, ihre Baupläne zur Verfügung zu stellen, weil sie in ihm während seiner Amtszeit einen "Geschmacksdiktator" sahen. Deshalb fehlen also im vorliegenden Buch viele neue Berliner Häuser, muss der Rezensent bedauernd feststellen. Dennoch findet er die vorliegende Auswahl sehr anregend und sieht hier insbesondere Stimmanns "Abgesang" auf das Bauen der Moderne bebildert. Der "kollektiven Verfügungsgewalt über die Stadt" ist die Vision eines "bauenden Bourgeois", der das Stadtbild mitgestaltet, gewichen, so Mönninger. Als besonders positives Beispiel für zeitgenössisches Bauen lobt der Rezensent das Townhouse-Projekt Friedrichswerder, das nicht zuletzt mit einem niedrigen Quadratmeterpreis überzeugt. Allerdings verschweige Stimmann die Gründe, warum solche Projekte selten sind, so Mönninger. Der frühere Senatsbaudirektor hatte nämlich während seiner Amtszeit selbst eine differenzierte Grundstücksvergabe im Gegensatz zur Vergabe an Großprojekte und Entwickler gescheut, weiß der Rezensent.
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