Fast die Hälfte der Bevölkerung bezweifelt, dass die Medien über kontroverse Themen objektiv und sachgerecht berichten. Nach ihrer Meinung schweigen sie unangenehme Fakten und unwillkommene Meinungen tot und skandalisieren Personen, Organisationen und Techniken maßlos. Wie sehen das Journalisten selbst? Auskunft darüber gibt eine repräsentative Befragung von Journalisten bei deutschen Tageszeitungen zu acht konkreten Fällen.
Die Ergebnisse zeigen: Die meisten Journalisten lehnen fragwürdiges Verschweigen von Informationen und Skandalisierungen generell ab. Eine kleine Minderheit akzeptiert dagegen generell fragwürdige Praktiken, rechtfertigt sie und verteidigt sie gegen Einwände. Diese Journalisten nehmen für sich die Deutungshoheit über das Geschehen in Anspruch.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.09.2017
Kurt Reumann liest Hans Mathias Kepplingers Analyse von acht Fällen skandalisierender journalistischer Arbeit mit Gewinn, auch wenn der Autor ihm selbst ein bisschen zu skandalisieren bzw. zu verschweigen scheint, indem er vor allem konservative Opfer von Informationsblockaden in den Blick nimmt. In den ausgewählten Fällen aber kann der Autor Reumann journalistische Willkür anhand der Praxis des verkürzten Zitierens belegen oder mit den Übertreibungen der deutschen Presse bei der Reaktorkatastrophe von Fukushima.
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