Intuitiv heftet man Freunden oder Kollegen schnell den semantischen Orden "hochintelligent" ans Revers, Intelligenz gilt neben Flexibilität und Teamfähigkeit als Kardinaltugend der Gegenwart. Wenn der subjektiv plausible Befund jedoch objektiviert werden soll, stößt man auf seltsame geometrische Figuren, Zahlenreihen und Listen mit Tieren, von denen eines angeblich nicht zu den anderen passt. In seinem Essay setzt sich Hans Magnus Enzensberger mit der Geschichte und den Tücken der Verfahren auseinander, mit denen Psychologen seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts an der Vermessung der Intelligenz arbeiten. Er kommt zu dem Ergebnis: "Wir sind eben nicht intelligent genug, um zu wissen, was intelligent ist."
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.11.2007
Angetan zeigt sich Willy Hochkeppel von Hans Magnus Enzensbergers Auseinandersetzung mit den Intelligenztests, auch wenn ihm die Zeit der hitzigen Debatten über dieses Thema lange vorbei scheint. Enzensbergers Überblick über die Bemühungen der Psychologie, das Phänomen Intelligenz zu ergründen und zu messen, bietet in seinen Augen allerdings nichts, was ihm nicht aus zahllosen polpulären und fachlichen Büchern über dieses Thema bekannt wäre. Das findet er aber nicht weiter schlimm. Denn die Ausführungen des Autors über die verschiedenen Bedeutungen und Bedeutungswandlungen von Intelligenz und Dummheit, die Darstellung der Geschichte der Intelligenzforschung und der kritische Blick auf Intelligenztests hält er für recht instruktiv. Der große Reiz des Buchs aber liegt für ihn vor allem darin, "dass Enzensberger es geschrieben hat".
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2007
Dass ausgerechnet Hans Magnus Enzensberger dieses Buch schreiben musste, kann Christian Geyer nicht ganz verstehen. Die Überholtheit von Intelligenztests, meint er, könne ohnehin niemand ernsthaft infrage stellen. Und was dazu zu sagen ist, hat er schon bei Stephen Jay Gould gelesen, "vor Jahren". Wie "kokett" sich Enzensberger aufs Glatteis der Metabetrachtung über Intelligenz begibt jedoch, findet Geyer wiederum bemerkenswert. Ob Stilbruch oder Altersweisheit walten, ist ihm gleichgültig, "kurzweilig" sei der Band allemal.
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