Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 08.05.2003
Hans Krieger sagt von sich, er sei "der freieste Journalist in Deutschland" und der Rezensent Burkhard Müller versteht nach der Lektüre seiner Essays genau, was damit gemeint ist, nämlich die "Freiheit eines Konservativen, der sich weder einer vorgegebenen Richtung beugen noch sich durch grelle Thesen positionieren muss". In der Tat widme sich Krieger, dessen vorliegende Essays erstmals in der Bayerischen Staatszeitung erschienen, seinen Themen mit einer Unaufgeregtheit, die den Wirren der Diskussion entgehe und so den "Kern der Sache" treffe. Kriegers Art, "die in Pro und Contra verhärteten Themen der Kontroverse zu entreißen", in einem zugleich "sachlichen" und "freundlichen" Ton, bewirke, dass so manches Todesurteil erst beim zweiten Lesen offenbar wird. Besonders sympathisch sei Krieger offensichtlich die Figur des Zen-Bogenschützen, "der nach geduldiger asketischer Übung jene ehrgeizfreie Gelassenheit erreicht hat, aus der er absichtslos ins Schwarze trifft". Für den Rezensenten ist klar: Hans Krieger ist es selbst.
Shida Bazyar: Die Lücken Heimesbach im Hunsrück ist ein fiktiver Ort, an dem sich neunzig Jahre deutscher Geschichte in die Mauern und Biografien eingenistet haben. Es ist eine Gemeinde, die ihre… Anne Carson: Rot Aus dem amerikanischen Englisch von Anja Utler. Der rote Junge Geryon ist unsterblich in Herkules verliebt, der dem Jüngling nicht zu widerstehen vermag. Auf dem Höhepunkt… Juli Zeh: Pony Show Eine prominente Verlegerin unter Mordverdacht. Ein spektakulärer Schwurgerichtsprozess. Und die Frage: Wie verhandelbar ist die Wahrheit? Sie ist über fünfzig, verheiratet… Anne Carson: Der bittersüße Eros Aus dem nordamerikanischen Englisch von Christina Dongowski. Es war eine Dichterin, Sappho, die dem Eros das paradoxe Attribut "bittersüß" gab. Dies geschah in der Zeit,…