Hans-Erhard Lessing

Automobilität

Karl Drais und die unglaublichen Anfänge
Cover: Automobilität
MaXime Verlag, Leipzig 2003
ISBN 9783931965228
Gebunden, 527 Seiten, 32,00 EUR

Klappentext

Den Beginn der Automobilität markiert ein vulkanischer Super-GAU, der 1816/17 in Europa das Klima veränderte. Das fahrphysikalisch so einfache wie geniale Prinzip des Karl Drais - zwei Räder in einer Spur - war eine Antwort auf die Not der Menschen, die ihre Pferde schlachten und vor Hunger essen mussten. Die Erfindung der Drais'schen Laufmaschine gilt als Urknall der Mobilitätsgeschichte, denn der Mensch setzte sich erstmals auf Maschinen statt auf Pferde. Eine mobile Avantgarde machte das muskelkraftbetriebene Zweirad populär und ebnete so den Weg für die weitere Entwicklung zu Fahrrad, Motorrad, Automobil, Aeroplan...

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 14.10.2004

Für Hans-Erhard Lessing ist die Erfindung von Karl Drais' hölzerner Laufmaschine mehr als die bloße "Vorwegnahme" irgendeines "Mobilitätsgeräts", berichtet Rezensent Rolf Michaelis. Der Autor des nun erschienenen Buchs über den badischen Forstmeister und Tüftler sieht in dem Zweirad-Wagen eine "Revolution" der "individuellen Beweglichkeit". Begeistert, aber auch "begeisternd" bringe Lessing dem Leser dieses Stück Technik- und Kulturgeschichte aus dem 19. Jahrhundert nahe und wage sich dabei zugleich in die Sphären von Politik, Wirtschaft und Agrarkultur. Lessing habe nicht nur ein "anregendes Lesebuch" geschrieben, sondern auch zahlreiche falsche Daten, in der Fachliteratur seit Jahrzehnten "mitgeschleppt", endlich korrigiert und so ein "faszinierendes" Werk vorgelegt.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.06.2004

Dem Autor Hans-Erhard Lessing geht es in seiner Biografie von Karl Drais darum, ihn als "größten Erfinder" seiner Zeit und als "Opfer politischer Diffamierung" zu rehabilitieren, meint Thomas Thiemeyer in seiner Kritik des Buches. Daraus resultiert wohl auch der polemische Furor, mit dem jeglicher zeitgenössischer Kritik an Drais begegnet wird und der nicht gerade das "Vertrauen in die Objektivität" Lessings stärkt, wie der Rezensent moniert. Der Technikhistoriker strebt mit seinem Buch zugleich "Biografie, Technik-, Landes- und Mobilitätsgeschichte" an, was der "Struktur" der Ausführungen nicht ungedingt gut tut, so Thiemeyer kritisch. Auch findet er es etwas übertrieben, mit welcher Akribie Lessing alle erreichbaren Fotografien, zeitgeschichtlichen Dokumente und technischen Skizzen abgedruckt hat und die das Buch eher wie eine "Quellenedition als eine Monografie" erscheinen lassen. Aber der Rezensent hat auch Positives zu vermerken. Er lobt die "fundierte Kenntnis technischer Zusammenhänge" und die gründliche Recherche des Autors und ist insbesondere vom "kombinatorische Geschick" Lessings beeindruckt, mit der dieser plausibel wichtige Zusammenhänge darstellen kann. Insgesamt ist dieser Band die bisher "umfassendste und fundierteste" Lebensbeschreibung des Erfinders, so Thiemeyer weiter und ihm gefällt besonders, dass der Autor darin mit "populären Klischees" aufräumt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 22.12.2003

Karl Friedrich Christian Ludwig Freiherr Drais von Sauerbronn ist, so könne man wohl sagen, meint Rezensent Ernst Horst, Opfer eines Rufmordes geworden. Und Hans-Gerhard Lessing, berichtet Horst, unternehme hier nun die Rehabilitation dieses Erfinders und Pioniers des Automobils - in einem "schönen, reich bebilderten" Buch, an dem den Rezensenten außerdem "die Fülle des liebevoll aufbereiteten Materials" beeindruckt hat. So könne man hier nun erfahren, bereichtet Horst, dass Drais "sein Zeitfenster genutzt" hat, nämlich die Jahre 1815/16, als man wegen schlechter Ernten und Getreidemangel viele Pferde geschlachtet hatte - und in diesen Jahren Fahrzeuge erfunden hat, die nicht von Tieren, sondern von Menschen angetrieben wurden. Doch man stellte ihn als Versager und Spinner dar, berichtet Horst weiter, weil er sowohl bei den Monarchisten wie bei den Demokraten, obwohl selbst Demokrat, nicht gut gelitten war.