Ulrich Sinn

Das antike Olympia

Götter, Spiel und Kunst
Cover: Das antike Olympia
C. H. Beck Verlag, München 2004
ISBN 9783406515583
Gebunden, 276 Seiten, 14,90 EUR

Klappentext

Wie verlief die Entwicklungsgeschichte Olympias? Welche staunenswerten Kunstwerke haben die Griechen dort errichtet? Welch ungeheuren Reichtum verwahrten die Priesterin den Tempeln der Götter? Welche Sportarten wurden in Olympia gepflegt und wie gestaltete sich das Leben der Athleten, Geschäftsleute und Zuschauer in Olympia? Was machte Olympia für Politiker, Künstler und Gelehrte so attraktiv, dass sie bevorzugt diesen Ort als Bühne ihrer Auftritte wählten? Solche und viele weitere Fragen beantwortet Ulrich Sinn in seinem reich bebilderten Buch über das antike Olympia.

Im Perlentaucher: Rezension Perlentaucher

Der Professor für Klassische Archäologie an der Universität Würzburg Ulrich Sinn hat ein schönes Buch über "Das antike Olympia" geschrieben. Es ist übersichtlich und klar. Man kann zusehen, wie man klüger wird bei der Lektüre. Hier aber nur ein Zitat aus dem reichen Band. Vom Vorsokratiker Xenophanes von Kolophon (580-478 v. Chr.) ist ein Gedicht überliefert, das wahrscheinlich die erste Schmähschrift eines Intellektuellen gegen die Sportlerverehrung, den Olympiataumel seiner Mitmenschen darstellt...
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 05.08.2004

Mit viel "Humor und Anschaulichkeit" hat Judith Swaddling vom British Museum ein Buch über die Olympischen Spiele in ihren Anfängen geschrieben, lobt Rezensentin Hilal Sezgin. Die Autorin öffnet dem Leser das Tor zur Antike, erzählt von eigentümlichen Spielregeln - so nahmen nicht nur die Spitzensportler an den Wettkämpfen teil, sondern auch jede Menge Anfänger -, von "sportmedizinischen Überlegungen" und antiken Ernährungsregeln. Wer seine "klassische Vorbildung" durch die Lektüre "ausbauen" will, der wird von diesem Buch enttäuscht, warnt die Rezensentin. Die Autorin beginnt nämlich "gleich bei den Örtlichkeiten", widmet sich "hingebungsvoll" den einzelnen Sportarten und lässt den Leser "angenehm belehrt" zurück. Ein Buch, das die Spiele, wie man sie heute kennt, zur "blassen Imitation" macht und das man am besten gemütlich "auf dem heimatlichen Sofa" liest.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.07.2004

Recht angetan zeigt sich Barbara von Reibnitz von Ulrich Sinns Monografie über die Olympischen Spielen in der Antike, die sie im Rahmen einer Sammelrezension von Büchern zum Thema bespricht. Der Würzburger Archäologe und Olympia-Spezialist habe die "detaillierteste und umfangreichste Darstellung" von allen besprochenen Büchern vorgelegt. "Gut und anschaulich geschrieben" sowie mit Plänen, Fotos und Illustrationen versehen, liefere das Buch, wie die übrigen Titel, zuverlässige Information für ein Nichtfachpublikum, lobt die Rezensentin. Anregend findet sie, wie Sinn die Geschichte des heiligen Orts schildert, der schon lange bevor dort Sportkämpfe stattfanden, ein Sakralort war. Eingehend orientiere Sinn über das Programm und die Disziplinen der Wettkämpfe, über die Favoritenkämpfe der Zuschauer, über die Teilnahmebedingungen und das Training der Athleten. Wie bei anderen besprochenen Büchern bleiben zum Bedauern der Rezensentin auch bei Sinn die politisch-historischen Bezüge Olympias und die panhellenischen Agonistik "etwas unterbelichtet". Dafür stelle der Autor sehr anschaulich die touristische Infrastruktur dar, die benötigt wurde, um die enormen Besucherandrang bei den Spielen zu bewältigen. Zudem biete er ein eigenes Kapitel zur Geschichte der Wiederentdeckung Olympias.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 08.05.2004

Ulrich Sinns Buch über das antike Olympia, das nun rechtzeitig vor Beginn der olympischen Spiele 2004 erschienen ist, hat Rezensent Wilfried Nippel zwar nicht gerade in Olympialaune versetzt. Insgesamt aber scheint er doch ganz zufrieden damit. Der Autor schildert detailliert die aufwendigen Organisation der fünftägigen Spiele durch die Bürger von Elis, die Abläufe der diversen Wettkämpfe, die Wettkampfregeln sowie die Bau- und Kunstwerke in Olympia. Zudem informiert er über die über die Ausgrabungen des Deutschen Archäologischen Instituts im 19. und 20. Jahrhundert in Olympia. Schade findet Nippel in diesem Zusammenhang nur, dass Sinn über die politischen Implikationen der 1936 anlässlich der Spiele in Berlin von Hitler verfügten neuen deutschen Grabungen und der Wiederaufnahme der Arbeiten 1952 nichts Substanzielles zu sagen hat. Bedauerlich findet er ferner, dass das Buch nur wenig zu der Frage bietet, wie sich die überragende Bedeutung des Sports für die griechische Kultur erklären lässt.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19.03.2004

Als "sehr detaillierte, passagenweise geradezu handbuchgleiche Synthese" würdigt Rezensent Uwe Walter dieses Buch des Würzburger Archäologen Ulrich Sinn, das als eines von vier Büchern zum Thema Olympia rechtzeitig vor den Olympischen Sommerspiele in Griechenland erschienen ist. Wie Walter berichtet, gelingt es dem gegenwärtigen Leiter einer internationalen Forschergruppe in Olympia die Etappen der Geschichte des Heiligtums von der mythischen Vorzeit bis zur Millenniumsfeier 224 nach Christus zu beleuchten. Dennoch bleibt für Walter die politische Bedeutung des Heiligtums in Sinns Darstellung "teilweise unklar". Er hebt aber hervor, dass die von Sinn berichteten Beispiele immerhin "eindrucksvoll" zeigen, in welchem Ausmaß hier Erfolg und prangende Schau die gesamte Existenz nicht nur des Adels in Griechenland bestimmten und hochgradig politischen Charakter hatten. Insgesamt hält Walter fest, dass Sinns Werk, wie die übrigen besprochenen Olympiabücher, "alle vernünftigen Informationsbedürfnisse" befriedigt. Allerdings hätte er sich auch hier manchmal weniger Anekdoten und Details und dafür mehr "Reflexion auf Grundsätzliches" gewünscht.
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