Hannes Binder, Lisa Tetzner

Die schwarzen Brüder

Erlebnisse und Abenteuer eines kleinen Tessiners. (Ab 12 Jahre)
Cover: Die schwarzen Brüder
Sauerländer Verlag, Düsseldorf 2002
ISBN 9783794122318
Gebunden, 144 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Aus Not verkauften bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts arme Tessiner Bergbauern ihre Kinder als Kaminfegerbuben nach Mailand. Die Kinder mußten als lebende Besen durch die finsteren Kamine klettern und mit den nackten Hän- den den Ruß herabwerfen. Die Arbeit war schwer und ungesund, die Mühe und Gefahr groß. Manches der Kinder ging an Krankheit und Unterernährung elend zugrunde. Etwas Rückhalt und Freundschaft fanden sie einzig unter ihresgleichen. In ihrem Bund der «schwarzen Brüder» hielten sie zusammen, wehr- ten sich gegen ihr Elend und verstrickten sich in Kämpfe mit der Bande der Mailänder Straßenjungen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 29.01.2003

Christina Thurner gefällt diese moderne Interpretation des Jugendromans, der erstmals 1941 erschienen ist. Das Buch, bei dem die Illustrationen im Vordergrund stehen und der Text gewaltig gekürzt wurde, richtet sich nach Meinung der Rezensentin auch diesmal an Jugendliche: "vor allem jenen, die noch nicht gut oder nicht gerne lesen, soll auf diese Art der Zugang zu Literatur gewordenen Stoffen erleichtert werden", schreibt Thurner. Durch die Kürzungen sei zwar die "atmosphärische Fülle und die Lebhaftigkeit der Erzählung" verloren gegangen, die gelungenen Zeichnungen sind dafür aber eine volle Entschädigung, versichert Thurner. "Die weißen Striche auf schwarzem Grund wirken oft finster, unheimlich oder gar beklemmend" und funktionieren sehr gut. Die Essenz des Romans ist nach Thurners Meinung in die Bilder eingeflossen und sehr wirkungsvoll - auch wenn die Zeichnungen auf den ersten Blick nicht so aussehen, als wären sie für Kinder gemacht.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 25.11.2002

Das Buch, 1942 von Lisa Tetzner und dem Kommunisten Kurt Kläber alias Kurt Held veröffentlicht, erzählt von Tessiner Kindern, die von Menschenhändlern nach Mailand verschleppt werden und dort Schornsteine putzen müssen. "Hochaktuell" findet die Rezensentin Cathrin Kahlweit das Thema angesichts der Kinderarbeit in der Dritten Welt. Jetzt hat Hannes Binder das Buch mit eigenen Zeichnungen noch einmal herausgebracht. Das mache die traurige Gesichte "nicht viel erträglicher", schreibt Rezensentin, aber "faszinierend" sei es schon, vor allem weil Binder sich mehrere Jahre mit diesem Text beschäftigt habe. Herausgekommen sei ein "altmodischer Bilderroman", mit "grotesk verzerrten Figuren, aber bisweilen auch mit Zeichnungen von eindrucksvoller Schönheit". Allerdings seien die Arbeiten manchmal etwas verwirrend und deshalb auch nicht besonders kindergerecht. "Ungeachtet dessen", beschließt die Rezensentin, "hat Binder sich mit dieser ungewöhnlichen Neubearbeitung eines historischen Jugendbuches verdient gemacht."
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