Hannah Ahlheim

Deutsche, kauft nicht bei Juden!

Antisemitismus und politischer Boykott in Deutschland 1924 bis 1935
Cover: Deutsche, kauft nicht bei Juden!
Wallstein Verlag, Göttingen 2011
ISBN 9783835308831
Gebunden, 448 Seiten, 38,00 EUR

Klappentext

Im Gegensatz zu der noch immer vertretenen Auffassung, Antisemitismus habe in der Selbstdarstellung und Wahrnehmung der NSDAP vor 1933 nur am Rande eine Rolle gespielt, zeigt Hannah Ahlheims Studie, wie die Nationalsozialisten auf regionaler Ebene bereits während der Weimarer Republik antisemitische Boykotte offen und selbstbewusst als "Werbemaßnahme" betrieben haben. Der staatlich verordnete Boykott vom 1. April 1933 nahm diese Bewegung "von unten" auf und intensivierte sie. Auch wenn die Maßnahmen nicht immer den von den Nationalsozialisten erwünschten unmittelbaren wirtschaftlichen Schaden verursachten, waren sie aus der Sicht der betroffenen Juden nur allzu "erfolgreich": Sie führten zu kleinen, aber folgenreichen Verschiebungen in der Behandlung jüdischer Geschäftspartner und halfen, radikal antisemitische Propaganda mit verbreiteten Ressentiments zu verbinden.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.01.2012

Nicht restlos überzeugt scheint Michael Mayer von dieser Arbeit der Ernst-Fraenkel-Preisträgerin Hannah Alhheim über antijüdische Boykotte zwischen 1924 und 1935. Den Fokus auf die Perspektive der Opfer zu legen, hält Mayer zwar für wichtig. In dem von Ahlheim gewählten Zeitraum sieht er eine wohltuende Durchbrechung der üblichen Periodisierung, und das Aufspüren von entlegenen Dokumenten hält er der Autorin zugute. Dennoch beklagt er eine Verengung der Perspektive, da die Autorin nichtjüdische Bevölkerungsteile ausklammert. Der Vielschichtigkeit des Geschehens wird sie damit laut Mayer nicht gerecht. Außerdem vermisst er in diesem Buch eine Systematisierung der Auswirkungen der Boykotte und ein auf eigener Analyse beruhendes Fazit.

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