Timm Kunstreich findet dieses "mächtige" Handbuch irgendwie sehr wichtig, ohne sich weiter mit einer Begründung abzugeben. Vielleicht meint er, bei diesem - unbestritten wichtigen - Thema brauche es keine Argumente mehr. Ein Fehler. Ebenso wie die im Brustton der Überzeugung vorgetragene These, nirgends würden Grundrechte "so rigoros außer Kraft gesetzt" wie bei Flüchtlingskindern. Man glaubt es ja, aber ein Beleg wäre besser gewesen. Kunstreich referiert ausgiebig die einzelnen Schwerpunkte des Bandes - Kindheit und Flucht, rechtliche und institutionelle Aufnahmebedingungen, psychosoziale Unterstützung und gesellschaftliche Barrieren - zur Qualität der Ausführung sagt er jedoch nur so viel: Das Buch ist gut, weil es "sowohl im professionellen Handlungsalltag unterstützt als auch kritische Reflexion" ermöglicht. Wenn das stimmt, hat Kunstreich den 96 Autoren des Handbuchs mit seiner Besprechung einen schlechten Dienst erwiesen.
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