Unter der Perspektive "Zugehörigkeit" widmet sich diese Studie einer Personengruppe, die in Deutschland aufgewachsen ist und für die aufgrund von Zuschreibungsprozessen, (familialen) Wanderungsbiographien und habituellen Anzeichen des "Andersseins" mehrere nationale Zugehörigkeitskontexte von signifikanter Bedeutung sind. Diese Gruppe wird hier Andere Deutsche genannt. Im Mittelpunkt der Untersuchung steht die Frage, was unter natio-ethno-kultureller (Mehrfach-)Zugehörigkeit verstanden werden kann. Die Frage wird mit Hilfe von aufeinander bezogenen empirischen und theoretischen Studien untersucht. Zwei Fallstudien auf der Basis von Interviews erläutern exemplarisch die prekäre Zugehörigkeitswirklichkeit Anderer Deutscher.
Sehr überzeugend findet Rezensent Mark Terkessidis diese Untersuchung Paul Mecherils, die die Weltfremdheit der konservativen Auffassung, "Deutsch-Sein" sei keine staatsbürgerliche, sondern eine ethnische Kategorie, vor Augen führt. Wie Terkessidis berichtet, untersucht der Autor die Wirkung dieser Haltung auf jene Menschen, die er als "andere Deutsche" bezeichnet. Auf Grundlage zweier umfangreicher Interviews mit Bürgern nichtdeutscher Herkunft analysiert er mit "großem theoretischen Aufwand" jede Facette des Themas Zugehörigkeit - eine oftmals "ziemlich trockene Lektüre", wie der Rezensent zugibt, die glücklicherweise durch den persönlichen Bezug auf die Interviewten, Rava und Ayse, immer wieder aufgelockert werde. Im Gegensatz zu dem üblichen Trauergesang über das schreckliche Leben "zwischen zwei Kulturen" könne Mecheril zeigen, "dass Rava und Ayse unter den äußerst schwierigen Bedingungen der Bundesrepublik dennoch Zugehörigkeit organisieren können." Mecherils Appell, diese funktionierenden Lebensweisen endlich zuzulassen - also reale "Mehrfachzugehörigkeiten" anzuerkennen, kann Terkessidis nur zustimmen.
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