Die Würde des Menschen ist unantastbar: nur ein Versprechen oder politische Maxime? Das Grundgesetz garantiert die Würde des Menschen - ein abstraktes Versprechen, aus dem im Laufe der Jahre sehr konkrete Forderungen abgeleitet wurden. Ging es der frühen Bundesrepublik um die Distanzierung von der nationalsozialistischen Diktatur, berief man sich später immer stärker auf die Menschenwürde, um gegen globale Ungerechtigkeit oder für die Rechte der Frauen zu kämpfen, sich für sexuelle Gleichberechtigung genauso einzusetzen wie gegen die Straffreiheit von Abtreibungen. Habbo Knoch erzählt, wie sich die Idee der unantastbaren Würde des Menschen schon vor 1945 entwickelte und wie sie, trotz aller unterschiedlichen Interpretationen, zur wichtigsten Übereinkunft der Deutschen wurde.
Rezensent Ralph Gerstenberg liest das Buch des Historikers Habbo Knoch mit Gewinn. Wie das moralische Prinzip der Menschenwürde seinen Weg in die politische Kultur der BRD und in die Verfassung fand, kann ihm der Autor versehen mit historischen Verortungen und kritischen Kommentaren darlegen. Wie die Menschenwürde 1933 zum "Kampfbegriff" wurde, wie in der BRD darum gestritten wurde, welche Deutungen sie in der Migrationspolitik erfuhr und wodurch sie heute gefährdet ist, davon berichtet Knoch laut Gerstenberg auf lesenswerte, aufklärerische Weise.
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