Gwendoline Riley

Cold Water

Roman
Cover: Cold Water
Schöffling und Co. Verlag, Frankfurt a.M. 2008
ISBN 9783895613548
Gebunden, 152 Seiten, 17,90 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Sigrid Ruschmeier. Carmel McKisco, 20 Jahre alt, arbeitet als Barkeeperin in Manchester. Sie ist cool, schlagfertig, erlaubt sich keine festen Bindungen, schlägt keine Wurzeln - ihre Bücher verkauft sie, sobald sie gelesen sind. Und doch ist Carmel voller Sehnsucht. Sie träumt von Cornwall, von ihrem Ex-Freund Tony und von ihrem einstigen Idol, dem Rocksänger Steven. An Carmels Tresen begegnen ihr die unterschiedlichsten Typen, einsame Nachtgestalten, exzentrische Individualisten, die eines gemeinsam haben: Alle suchen nach einem Halt in ihrem Leben, nach Ablenkung, Freundschaft, vielleicht Liebe, doch die Vergangenheit klebt wie Kaugummi an ihren Schuhen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.10.2008

Dicht erzählt und auch sonst sehr beeindruckend findet Rezensentin Bernadette Conrad dieses Romandebüt der 29-jährigen britischen Schriftstellerin Gwendoline Riley. Selten nämlich hat sie so eindringlich das Thema Selbstentfremdung literarisch bearbeitet gesehen wie in dieser Geschichte einer jungen Frau, die dabei ist, sich in den Alkoholismus zu trinken. Psychologische Hintergründe werden Conrad zufolge kaum berührt. Stattdessen werde viel "geredet und getrunken" und "viel geschwiegen und getrunken". Bereits den Titel "Cold Water" findet die Rezensentin in diesem Kontext in mehrerer Hinsicht passend: einmal, weil er die Kälte thematisiert, die sie in diesem  Buch langsam und unabwendbar aus dem trostlosen Manchester in alle Beziehungen hineinkriechen sieht. Aber er passt auch als Referenz auf das Pfützenwasser, dass der Protagonistin des Romans stets in die "löchrigen All-Stars-Schuh" sickert. Und er passt auf die trügerische Coolness als Antwort auf die herrschende Kälte, jene Coolness, die für die Rezensentin "das Beste oder Einzige" ist, was aus Kälte wohl gewonnen werden kann.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26.06.2008

Reinhard Helling kann Gwendoline Rileys Debütroman "Cold Water"  nichts abgewinnen und er hat ihn, wie's scheint, nur aus "Pflichtgefühl" zu Ende gelesen: Eine junge Frau arbeitet in einer Bar und füllt ihre Zeit mit Trinken und Lesen, erklärt der Rezensent, der die Mischung aus Alkohol und Literatur eigentlich ganz interessant fände, wenn sich die Autorin mit ihren beiden "Drogen" über das bloße Namedropping hinaus näher beschäftigen würde. So manifestiere sich in diesem Roman vor allem "jugendlicher Pessimismus" und eine Haltlosigkeit, der allerdings die existentielle Tiefe und die Spannung fehle, moniert der Rezensent. Weder Vergleichen mit Charles Bukowski noch J. D. Salinger halte Rileys Prosa stand, und so sei das Ganze bestenfalls ein "Anti-Baedeker für Manchester", befindet Helling angeödet.
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