Guy Delisle

Aufzeichnungen aus Jerusalem

Cover: Aufzeichnungen aus Jerusalem
Reprodukt Verlag, Berlin 2012
ISBN 9783943143041
Gebunden, 336 Seiten, 29,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Martin Budde. Bereits 2005 begleitete Guy Delisle seine Frau, die für die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen arbeitet, nach Birma. Zwei Jahre später folgt ein einjähriger Aufenthalt der inzwischen vierköpfigen Familie in Israel. Zwischen Haushalt, Kinderpflege und dem Versuch, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen, erkundet der Zeichner Jerusalem und kommt ganz allmählich hinter die Geheimnisse der Heiligen Stadt.In gewohnt lakonisch-humorvoller Manier beobachtet Guy Delisle den Alltag in Jerusalem und zeichnet so ein sehr persönliches Bild eines Landes, das wie kein zweites von jahrzehntelangen blutigen Konflikten geprägt ist.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 28.04.2012

Voll des Lobes ist Katja Lüthge für Guy Delisles Comic "Aufzeichnungen aus Jerusalem", der ihres Erachtens zu Recht beim Comic-Festival in Angoulême zum besten Album des Jahres gekürt wurde. Delisle, der mit seinen Kindern und seiner Frau, die für Ärzte ohne Grenzen arbeitet, ein Jahr in Jerusalem gelebt hat, vermittelt in ihren Augen ein präzises und facettenreiches Bild der Situation in Israel. Sie würdigt Delisles präzise Beobachtungen, seinen Blick für das Alltägliche und das Absurde darin. Unaufgeregt, lakonisch und oft humorvoll zeigt der Zeichner für Lüthge, wie sich der Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern in der Lebenswelt und im Alltag der Menschen niederschlägt. Beeindruckend findet sie Delisles gekonnte Verbindung von Texten und Bildern, die mitunter "tiefere Einsichten" in die Situation ermöglichen als manche Reportage.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 15.03.2012

So genau hat er die Lage in Israel noch nicht von einem Comic geschildert bekommen, staunt Christian Schlüter und feiert den Zeichner und Journalisten Guy Delisle und dessen Comic "Aufzeichnungen aus Jerusalem". Der Rezensent lobt, wie gut es Delisle gelungen sei, den Comic für journalistische Zwecke einzusetzen und unparteiisch ein Porträt der israelischen Gesellschaft zu zeichnen. Das Medium habe erneut seine politische Belastbarkeit unter Beweis gestellt, befindet Schlüter.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 13.03.2012

Drei Comic-Reportagen hat Thomas von Steinaecker sich angesehen, ein Genre, das stark im Trend liegt und der klassischen Reportage mitunter überlegen ist, wie er anmerkt. Guy Delisles hat zur Darstellung des palästinensisch-israelischen Konflikts das auf den ersten Blick "paradoxe " Stilmittel des Cartoons gewählt, das sich aber für den Rezensenten als absolut stimmig herausstellt. Die humorvolle Herangehensweise erstickt schon im Keim jegliches Pathos oder allzu parteiliche Sichtweisen, meint Steinaecker, der in den komischen eben auch die kritischen Möglichkeiten dieser Reportage gegeben sieht. Delisle berichtet aus der unaufgeregten Sicht eines Hausmannes, der mit seinen beiden Kindern seine Frau nach Ostjerusalem begleitet, die dort für die Ärzte ohne Grenzen arbeitet, erklärt der Rezensent. Damit hat er vor allem einen Blick für die absurden Alltagsbegebenheiten, aus denen sich aufschlussreiche Erkenntnisse für die politische Lage ergeben, so Steinaecker anerkennend. Wenn ihm auch auffällt, dass der Zeichner sich nicht völlig dem "Horror" des wütenden Konflikts ausliefert. Und wenn er auch etwas zu intensiv die Entlarvung von religiösen Fanatikern genießt, insgesamt hat Steinaecker diese Comic-Reportage sehr beeindruckt und findet sie zurecht mit einem Preis in Angoulême ausgezeichnet.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Mehr Bücher aus dem Themengebiet