Die wirtschaftliche und soziale Ungleichheit nimmt zu. Für die Bewältigung der Krise haben die Niedrigverdiener die Zeche gezahlt. Profitiert haben die Reichen. Das ist ein ethischer und politischer Skandal. Und es ist eine Katastrophe für die Wirtschaft. Denn ohne stärkere Kaufkraft der niedrigeren Einkommensschichten werden wir vor einem Abgrund stehen, wenn die Wirtschaftskrise zurückkehrt. Und mit dieser Rückkehr müssen wir trotz aller Jubelrufe über das aktuelle Wachstum rechnen, denn die internationalen Märkte sind instabil. Wie können wir uns retten? Der Ökonom Gustav A. Horn zeigt: Die Stabilisierung der Wirtschaft und die Bekämpfung der Ungleichheit gehen Hand in Hand.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2011
Nicht erwärmen kann sich Philip Plickert für Gustav Horns Buch "Des Reichtums fette Beute". Die Vorstellungen zur Umverteilung und aktiver staatlichen Konjunktursteuerung, die der Ökonom und Leiter des gewerkschaftsnahen Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) hier vertritt, nennt Plickert süffisant "Agenda 1970". Der Keynesianismus taugt in seinen Augen nur für den Notfall einer tiefen Rezession. Die Kritik des Autors an der neuen Schuldenbremse im Grundgesetz und seine Argumentation für eine dauernde staatliche Konjunkturstimulierung a la Keynes scheint ihm volkswirtschaftlich überaus fragwürdig. Auch Horns Analyse der Finanz- und Wirtschaftskrise kann er sich nicht anschließen. Er hält sie für "provinziell", da sie in erster Linie Deutschland in den Blick nimmt.
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