Brooke Harrington

Offshore - Wie Vermögensverwalter Reichtum tarnen und einen neuen Kolonialismus schaffen

Cover: Offshore - Wie Vermögensverwalter Reichtum tarnen und einen neuen Kolonialismus schaffen
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2024
ISBN 9783593519128
Gebunden, 208 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Stephan Gebauer. Ihre wichtigste Eigenschaft ist die Diskretion, und ihre Aufgabe ist es, den Reichtum der Reichsten unsichtbar zu machen - während sie ihn mehren. Ganze Teams von Offshore-Experten arbeiten Tag und Nacht daran, für ihre Kunden Steuerschlupflöcher zu finden, Gesetze zu umgehen, kreative Lösungen zu finden. Der Begriff Steuerparadies, der in vielen europäischen Sprachen für Offshore verwendet wird, wirkt angesichts der libertären Anarchie, die hier herrscht, geradezu verharmlosend. Die Soziologin Brooke Harrington bringt Licht in die Schattenwelt der Vermögensverwalter. Sie beschreibt, wie das System funktioniert, das sie geschaffen haben, und welche Folgen es für alle anderen hat: Wir sollten uns um diese klandestinen Experten viel mehr Sorgen machen als um die Ultra-Reichen selbst.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 09.01.2025

Wichtige und erschreckende Einblicke in die Welt der Superreichen gewährt Brooke Harrington mit diesem Buch, versichert Rezensent Nils Schniederjann. Es beschäftigt sich mit Milliardären, die ihr Vermögen in Offshore-Steueroasen parken, die sich vor allem durch Geheimhaltung von Finanzkundendaten auszeichnen, dabei Gesetze brechen und sich der demokratischen Kontrolle entziehen. Freilich nähert sich die Autorin dieser Gruppe auf ungewöhnliche Art und Weise, berichtet Schniederjann, nämlich vermittels der Vermögensverwalter, die ihren Klienten dabei helfen, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen - tatsächlich ließ sich die Soziologin Harrington zu Recherchezwecken selbst in dieser Tätigkeit ausbilden. Dass sie den Superreichen nicht nur antidemokratisches, sondern auch antikapitalistisches Verhalten vorwirft, irritiert den Rezensenten ein bisschen, seiner Meinung nach entspricht das Offshore-System durchaus einer kapitalistischen Logik. Umso stärker findet er das Buch da, wo es machtkritisch wird und die Forderung stellt, die Übeltäter nicht nur mit Gesetzeskraft, sondern auch mit moralischer Kritik anzugreifen. Insgesamt jedenfalls eine willkommene Intervention in einer für unsere Gegenwart entscheidenden Frage, so der Tenor der Besprechung.

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