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Gunter Frank

Schlechte Medizin

Ein Wutbuch
Cover: Schlechte Medizin
Albrecht Knaus Verlag, München 2012
ISBN 9783813504736
Gebunden, 287 Seiten, 16,99 EUR

Klappentext

Es geht nicht um Ihre Gesundheit. Es geht um Profit. Ein Arzt bricht seine Schweigepflicht: Inzwischen werden in Deutschland massenweise Patienten falsch behandelt. Und zwar systematisch. Gunter Frank zeigt, wie an den verschiedenen Stellen des Medizinbetriebs aus Gier und Eigeninteresse Medikamente und Therapien durchgesetzt werden, die nach Maßgabe von Wissenschaft und Vernunft vor allem eines sind: schlechte Medizin.
Seit 20 Jahren ist Gunter Frank Allgemeinarzt mit eigener Praxis. Bei der Behandlung seiner Patienten vertraute er darauf, dass der Medizinbetrieb wissenschaftlich korrekt arbeitet und zum Besten der Patienten. Heute weiß er, wie oft sich stattdessen schlechte Medizin durchsetzt. Dass Therapien nur noch selten dem Stand der Wissenschaft entsprechen. Dass es normal ist, Normwerte so zu verändern, dass Millionen Gesunde plötzlich als krank gelten, damit teure, unnütze und sogar schädliche Medikamente verordnet werden können. Dass viele der sogenannten Gesundheitsexperten sich nicht an wissenschaftliche Standards halten und auf der Gehaltsliste von Unternehmen stehen, die alles andere als das Patientenwohl im Sinn haben. Statt uns davor zu schützen, profitieren Politik, Krankenkassen und Universitäten von diesem üblen Spiel. Es geht dabei nicht um Kunstfehler und Einzelfälle. Schlechte Medizin bedeutet systematisch Leid, Schmerz und Tod.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 21.05.2012

Leider: Die Wut geht mit Gunter Frank durch, konstatiert Rezensentin Charlotte Frank (nicht verwandt, vermuten wir) in ihrer interessierten, am Ende aber auch enttäuschten Kritik. Franks Vorwürfe sind zu pauschal, zielen in alle Richtungen und treffen darum nicht das Herz, bedauert sie. Trotzdem gebe es in dem Buch auch eine Menge anregender und diskussionswürdiger Passagen, etwa wenn Frank kritisiert, dass Normwerte für Diagnosen herabgesetzt werden und darum mehr Leute als als krank deklariert werden als nötig oder wenn er fragt, wer in der Medizin eigentlich Lehrmeinungen festsetzt. Sein Buch appelliert etwas zu sehr an die Angst und etwas zu wenig an die Vernunft, konstatiert Rezensentin Frank am Ende. Vielleicht sollte sich der Autor an eine zweite Auflage setzen, sobald seine Wut etwas abgeklungen ist.
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