Spionage und Verrat haben während des Ersten Weltkriegs de facto keine kriegsentscheidende Rolle gespielt. Dessen ungeachtet erlebten Deutungsmuster, die den Kriegsverlauf mit einem heimlichen Kampf der Spione, Saboteure und Verräter im Rücken der regulären Truppen begründeten, zwischen 1914 und 1918 eine Blütezeit. In ihrer Studie untersucht Gundula Bavendamm die Funktion und Bedeutung der konspirativen Kriegserzählungen für die französische Innenpolitik der Weltkriegsjahre. Das Buch beruht auf Quellen, die auch von der französischen Forschung bisher nicht beachtet wurden, und stellt eine Verknüpfung von Kultur- und Politikgeschichte dar.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 22.10.2004
"Konspirative Kriegserzählungen", erklärt der "cjos" zeichnende Rezensent, sind böswillige Gerüchte, die in Kriegszeiten gegen "echte oder imaginierte Feinde im Innern" in Umlauf gebracht werden. Im Frankreich des Ersten Weltkrieges betraf das "Spione, Ausländer, Pazifisten, Anarchisten, Juden" oder einfach nur linke oder liberale Politiker. Gundula Bavendamm rollt ihre Geschichten auf und sie tut das, so der Rezensent, selber im Tonfall einer "konspirativen Kriegserzählung". Ob das ein Tadel ist, bleibt offen, eindeutig dagegen ist das Lob für eine "detaillierte" Rekonstruktion der damaligen französischen Innenpolitik.
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