Yvonne Rieker

Ein Stück Heimat findet man ja immer

Die italienische Einwanderung in die Bundesrepublik
Cover: Ein Stück Heimat findet man ja immer
Klartext Verlag, Essen 2003
ISBN 9783898611916
Paperback, 200 Seiten, 19,90 EUR

Klappentext

Die Italiener waren nicht nur die erste, sondern bis 1970 auch die größte Migrantengruppe in Deutschland. Sie prägten das anfängliche Bild vom Gastarbeiter. Deshalb bietet sich die Migration aus Italien für eine Fallstudie zur deutschen Gastarbeiter-Politik besonders an. Die italienischen Migranten waren aber nicht nur Objekte von Politik, Wirtschaft und Betreuungsorganisationen, sondern auch handelnde Subjekte. Deshalb wertet die Autorin neben umfangreichem Archivmaterial 30 lebensgeschichtliche Interviews mit Italienern und Italienerinnen aus, die heute in der Bundesrepublik leben.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 14.07.2003

Dreißig süditalienische Gastarbeiter erzählen die Geschichte ihrer Einwanderung nach Deutschland in den 70er Jahren, berichtet Gundula Bavendamm. Obwohl die ausgewählte Gruppe nicht repräsentativ sei, da ja nur solche Gastarbeiter berichteten, die ihr Leben in Deutschland positiv beurteilten, findet Bavendamm das Buch lesenswert. "Feinfühlig" interpretiere die Autorin die autobiografischen Berichte der Italiener, die in den 60er Jahren zur größten Einwanderergruppe gehörten. Der Leser bekomme gute Einblicke in deren Erfahrungswelt mit all ihren Problemen und Hindernissen, lobt die Rezensentin. So erfahre man Einiges über die Gründe der Gastarbeiter, aus einer Gesellschaft mit "starrer sozialer Hierarchie" auszuwandern. In Deutschland begegneten sie anderen Problemen. So sei die geringe Schulbildung der italienischen Migranten noch bei ihren Nachkommen in der dritten Generation spürbar, in der überproportional viele Schulabgänger ohne Abschluss bleiben, schreibt Bavendamm. Auch Identitätsprobleme und Diskriminierung machten ihnen zu schaffen.

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