Günther Rühle

Theater in Deutschland 1945-1966

Seine Ereignisse - seine Menschen
Cover: Theater in Deutschland 1945-1966
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014
ISBN 9783100014610
Gebunden, 1520 Seiten, 46,00 EUR

Klappentext

Der angesehene Theaterexperte Günther Rühle erzählt im zweiten Band der großen Theatermonografie die Geschichte der Wiederherstellung des deutschsprachigen Theaters: von den Anfängen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, während des Auseinanderdriftens der beiden deutschen Staaten und der vollständigen Spaltung hinaus bis ins Jahr 1966. Das Buch spricht von den prägenden Personen und führenden Theatern in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zeigt den Wandel der Themen und Stile und macht Zusammenhänge sichtbar zwischen Kunst, Politik, Zeitgeist und Gesellschaft.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.01.2015

Hymnisch bespricht Rezensentin Irene Bazinger Günther Rühles zweiten Band "Theater in Deutschland", der die Jahre 1945-1966 umfasst. Der ehemalige Feuilletonchef des Tagesspiegels, Intendant und Präsident der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste in Frankfurt erzähle hier sorgfältig und engagiert, zugleich unterhaltsam und gebildet und ganz ohne akademische Umwege von den Schwierigkeiten, das Theater nach dem Nationalsozialismus wieder zu neuem Glanz und neuer Bedeutung zu führen, von der Rückkehr der Exil-Künstler, der deutschen Teilung oder der Bedeutung der 68er und der Aufarbeitung der Vergangenheit für das Theater, lobt die Kritikerin. Großartig auch, wie er lebendig von Stücken, Menschen und Konstellationen erzählt, etwa Brecht, Beckett, Gründgens, Hochhuth, Handke oder Weiss würdigt und zugleich immer auch über die Grenzen hinausblickt. Dieses hinreißende und spannende Buch kann in einem Zug gelesen werden, dient aber nicht zuletzt auch dank seines ausgezeichneten Anhangs als brillantes Nachschlagewerk, jubelt der Rezensent.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 27.12.2014

Schon Günther Rühles Band über "Theater in Deutschland" in den Jahren 1887 bis 1945 hat Peter Michalzik mit Genuss gelesen; der neu erschienene Band über die Jahre 1945 bis 1966 steht seinem Vorgänger dabei in nichts nach, berichtet der Rezensent, der während der faszinierenden, ganz auf Abbildungen verzichtenden Lektüre das Gefühl hat, selbst dabei gewesen zu sein. Und so folgt er aufmerksam den Schilderungen des Theaterkritikers und intendanten über seine Begegnung mit Gustav Gründgens, dem Rühle hier ein literarisches Denkmal setzt, seinen Ausführungen über Tilla Durieux oder Bertolt Brecht. Gebannt erlebt er die im Theater deutlich spürende Zerstörung nach 1945 oder die Entwicklung des Theaters in Ost- und Westdeutschland, die nicht nur die politische, sondern auch die moralische Trennung offenbart. Dieses Buch, von einem der bedeutendsten Theaterhistoriker mit Sorgfalt, Wortgewalt und preußischer Disziplin geschrieben, erscheint dem hingerissenen Kritiker als Meilenstein der Theatergeschichte, und so kann er das Erscheinen eines dritten Bandes kaum erwarten.

Rezensionsnotiz zu Die Welt, 15.11.2014

Was für ein Riesenbuch, staunt Matthias Heine über Günther Rühles Nachkriegstheatergeschichte. Schon freut er sich auf die Fortsetzung, die dem bereits 90-jährigen Autor noch gelingen möge, wie Heine hofft. Derweil kann er in diesem Band lesen, wie Brecht und Beckett das deutsche Theater eroberten und prägten, dass auch die deutsche Provinz in den 60ern große Bühnen hatte und was die Stunde null theatermäßig so prägte. Wie der Kritiker Rühle das alles quasi in Einzelszenen und doch zu einem Ganzen formend, via Protagonisten und Orte und Konstellationen und Situationen erzählt, findet Heine stark.
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