Geheimrat Goethe spielt Indianer, Thomas Mann hat Durchfall, Immanuel Kant studiert seinen Stuhl, Franz Kafka wälzt sich im Bett und Adalbert Stifter fällt aus dem Zug: Die Dichter und Denker, all die Heroen des Geistes waren auch nur Knechte des Lebens. Sie haben Großes geschaffen und sind doch bisweilen am Kleinen gescheitert, haben die Zeit für die Ewigkeit besiegt und sind dem Alltag unterlegen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 14.08.2004
Ob Kafkas Schlaflosigkeit, Schnitzlers frühmorgendliche Angstzustände, Thomas Manns Magen- und Darmprobleme, Joseph Roths Liebe zum Alkohol - nur allzu gern ließt man solche privaten Details aus dem Leben großer Dichter und Denker. Da geht es dem "Jdl." zeichnenden Rezensent nicht anders. Recht unterhaltsam findet er Günther Eisenhubers "Privat - Aus dem Alltag der Dichter und Denker". Der Salzburger Germanist habe Tagebücher und Briefe von Schriftstellern und Philosophen durchforstet und aus den Fundstellen ein "Kompendium alltäglicher Misslichkeiten" gemacht. Zur Freude des Rezensenten kann man nun bequem nachlesen, wie versiert prominente Schriftsteller über Schmerz, das Essen, Wohnen und Reisen oder über Lärm und Laster klagen. Fazit des Rezensenten: ein "kurweiliges Buch", das das Genie am toten Punkt seines Schaffens zeige.
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