Günter Eichberger

Überall im All derselbe Alltag

Remixes
Ritter Verlag, Klagenfurt 2001
ISBN 9783854153061
Broschiert, 132 Seiten, 13,90 EUR

Klappentext

Günter Eichberger neuer Band versammelt Remixes, d. h. Paraphrasen zu oder Anspielungen ("Was du nicht willst, daß man dir tut, das tust du deinen Figuren an") auf Texte von großen Autoren wie Beckett, Kafka, Novalis, Canetti, Burroughs, Rosegger und anderen. Zwischen den Prosatexten können sich die Leser jeweils an kurzen Einfalls-Stationen ausrasten. Die Eichbergerschen Ein- und Ausfälle sind keine Aphorismen im klassischen Sinn, keine Lebensweisheiten, eher schon Unsinns- und Gedankensprünge ? die Forschungsreise eines Autors durchs Bewußtsein im Lauf eines Jahres.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.02.2002

Jörg Magenau hat seine Freude an dieser Aphorismensammlung des österreichischen Avantgarde-Autoren Günter Eichberger. Er lobt die "experimentelle Prosa" als "Bravourstück, das sich am Ende, wie angekündigt, selbst vernichtet." Der Autor ist Magenaus Ansicht nach jemand, "der die Paradoxien liebt und sich mit Leidenschaft in ihnen verheddert". Das mache seine Texte spannend - auch wenn der Leser sich seinen Spaß mit dem Entschlüsseln der Texte selbst erarbeiten muss: Die Leser "sind es, die handeln müssen". Magenau vergleicht die Funktions- und Wirkungsweise von Eichbergers Texten mit der eines Computervirus, "der aus einer schlichten Zeichenkombination unübersehbare Konsequenzen zu entwickeln in der Lage ist". Aus den Resultaten dieses Versuchs zieht Magenau eine erfrischende Erkenntnis: "Denken aus dem Zufallsgenerator muss nicht zwangläufig dümmer sein" - aber, wie schon gesagt, die Sinnstiftung liegt hier ausschließlich beim Leser.
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