"So waren mir in kurzer Zeit die schönen bunten Wiesen in den Gründen des deutschen Parnasses, wo ich so gern lustwandelte, unbarmherzig niedergemäht und ich sogar genötigt, das trocknende Heu selbst mit umzuwenden und dasjenige als tot zu verspotten, was mir kurz vorher eine so lebendige Freude gemacht hatte." Schreibt Goethe über Goethe, und zwar in "Dichtung und Wahrheit" - und ist denn die Wahrheit nicht auch Goethe zumutbar? Aber wahr ist auch: Das Missratene, das Platte, Matte und Fade, das hier versammelt ist, ist immerhin von Goethe und wenigstens noch witzig. Dafür sorgen nicht zuletzt Hauck & Bauer.
Rezensent Thomas Schaefer lässt offen, ob es sich bei den 1999 erschienenen und nun neu aufgelegten (was nicht kenntlich gemacht wurde, bemerkt Schaefer) schlechtesten Gedichten Goethes nun um schlechte, schlichte oder vielleicht doch geniale Gedichte handelt, wie auch Robert Gernhardt damals in seiner Rezension überlegt habe. Fest stehe jedenfalls, dass hier "wüst und kühn" gereimt worden sei: "Die Welt ist wie ein Sardellensalat / Er schmeckt uns früh, er schmeckt uns spat", zitiert Schaefer etwa belustigt. Damit so etwas gedruckt würde, müsse es sich schon um Goethe handeln. Passend zum "unfreiwillig komischen" Gehalt der Gedichte findet er die Illustrationen im Cartoon-Stil von Hauck & Bauer. An Goethes Status ändert sich hierdurch natürlich nichts, bemerkt der Kritiker - spaßeshalber ein bisschen an dessen "Denkmalssockel rütteln" könne man aber trotzdem.
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