Gottfried-Karl Kindermann

Österreich gegen Hitler

Europas erste Abwehrfront 1933-1938
Cover: Österreich gegen Hitler
Langen Müller Verlag, Bonn 2003
ISBN 9783784428215
Gebunden, 312 Seiten, 14,80 EUR

Klappentext

Weitgehend unbekannt oder absichtlich verdrängt ist die Tatsache, dass Österreich nicht nur das erste Angriffsziel, sondern auch Hitlers erster entschiedener und aktiver Gegner in Europa gewesen ist. Die zentrale Figur dieses fünfjährigen Widerstandes gegen das Dritte Reich war Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Im Juli 1934 wurde er von der SS ermordet, als das österreichische Heer Hitlers ersten Versuch zum "Anschluss" mit einem bewaffneten Aufstand der SS und SA zum scheitern brachte. Dies war vor 1943 Hitlers einzige eingestandene außenpolitische Niederlage, auf die er mit Panik reagierte. Noch bis 1938 sollte Europas bedrohte Friedensordnung erhalten bleiben...

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 08.08.2003

Gottfried-Karl Kindermanns "Österreich gegen Hitler" hat Rezensent Franz-Josef Kos nur teilweise überzeugt. Kindermann versuche zu zeigen, dass Österreich anfangs erfolgreich als Träger eines europäischen Widerstands gegen die Expansion des "Dritten Reichs" fungierte - ohne dabei die gängigen Betrachtungsweise beiseite zu schieben, Österreich sei das erste Opfer Hitlers gewesen beziehungsweise Österreich habe sich durch seine Mittäterschaft an den Verbrechen der Nationalsozialisten hervorgetan. Wie Kos ausführt, schildert Kindermann den Abwehrkampf der Österreicher seit 1933 über den ersten Höhepunkt, der Ermordung von Dollfuß bei dem von österreichischen Nationalsozialisten initiierten Putsch am 25. Juli 1934, bis zum "Anschluss" im März 1938. Dass Österreich einen "wichtigen Abwehrkampf" gegen die Expansionsbestrebungen Hitlers leistete, will Kos gar nicht bestreiten. Kindermanns These, dass Österreich als Verteidiger einer europäischen Bewegung angesehen werden könne, hält er indes für "zweifelhaft". Die im Anhang des Buches versammelten Dokumente haben zum Bedauern des Rezensenten zudem "nur eine geringe Aussagekraft".