Golineh Atai

Die Wahrheit ist der Feind

Warum Russland so anders ist
Cover: Die Wahrheit ist der Feind
Rowohlt Berlin Verlag, Berlin 2019
ISBN 9783737100618
Gebunden, 384 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Seit dem "Anschluss" der Krim erfindet sich Russland neu: als eine Großmacht, die chauvinistisch spricht und aggressiv handelt. Das sagt die ARD-Korrespondentin Golineh Atai. Sie erklärt die tieferen Gründe für eine Politik, die im Westen vielfach kaum wahrgenommen, in falsche Vergleiche heruntergebrochen oder einfach verdrängt wird. Die Wahrheit ist: Russland sieht sich im Krieg. Und Russlands Aggression existiert darüber hinaus auch in alten und neuen globalen Medien, im Cyberspace, im Wirtschaftsraum.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 09.03.2020

Franziska Davies hätte sich von Golineh Atai, der langjährigen Moskau-Korrespondentin der ARD, einen weniger exotisierenden Blick auf russische Verhältnisse gewünscht. Davon abgesehen gefällt ihr Atais Darstellung russischer Innenpolitik und der dadurch in Gang gesetzten gesellschaftlichen Entwicklungen in Russland. Vor allem die Porträts von Putins Chefideologen, wie etwa Konstantin Malofejew und Igor Girkin, findet Davies lesenswert. Gleichfalls gut gefallen haben ihr Atais intime Einblicke in den Umgang mit der Wahrheit im russischen Neo-Imperialismus.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.11.2019

Rezensentin Sofia Dreisbach empfiehlt dieses Buch der ehemaligen Moskau-Korrespondentin der ARD, Golineh Atai, als erhellenden Einblick in die russische Propaganda-Maschinerie. Auf der Grundlage "akribischer" Recherche kann die Autorin einen Teil der vom Kreml in Umlauf gebrachten Mythen und Falschmeldungen widerlegen, auch wenn Atai selbst bekennt, sie sei angesichts der Menge erfundener Geschichten kaum nachgekommen. In den hier analysierten Jahren 2011 bis 2019  entdeckt die Kritikerin allerdings schon einen ganzen Haufen Putin'scher Geschichtsverfälschungen: So liest sie etwa nach, dass in den seit 2015 erscheinenden russischen Schulbüchern behauptet werde, ohne Stalin hätte es den "überragenden Sieg" im Großen Vaterländischen Krieg nicht gegeben. Auch Putins Narrative hinsichtlich der Krim- und Syrienpolitik oder den Nervengift-Anschlag in Salisbury kann Atai systematisch sezieren, erkennt die Kritikerin. Nicht zuletzt geben Atais Gespräche mit russischen Wissenschaftlern oder ehemaligen Angestellten russischer Troll-Fabriken Aufschluss über Putins Propaganda-System, schließt Dreisbach.
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Rezensionsnotiz zu Die Welt, 06.07.2019

Richard Herzinger findet das Buch der ehemaligen Moskauer ARD-Korrespondentin Golineh Atai aufrüttelnd. Inwiefern auch der Westen für Putins Botschaften anfällig ist, kann ihm die Autorin glaubhaft auseinandersetzen, ebenso die Gefährlichkeit von Putins mystisch-religiöser Rhetorik und sein Umschreiben der Geschichte im Sinne der Macht. Warum der Dialog zwischen Russland und dem Westen scheitert, erläutert Atai dem Leser auch, schreibt Herzinger. Das Buch besticht für ihn durch Faktenreichtum und einen sachlichen Ton. Für Herzinger Aufklärung, die nottut.
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