Giorgio Scerbanenco

Das Mädchen aus Mailand

Kriminalroman
Cover: Das Mädchen aus Mailand
Kremayr und Scheriau Verlag, Wien 2001
ISBN 9783218006958
Gebunden, 255 Seiten, 19,43 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Christiane Rhein. Auf dem Höhepunkt seines literarischen Schaffens schrieb Giorgio Scerbanenco in den 60er Jahren Kriminalgeschichten um Duca Lamberti, die heute zu den modernen Klassikern des Genres gehören. Der Arzt Duca Lamberti, der Jahre im Gefängnis gesessen hat, weil er einer krebskranken Frau zu einem würdigen Sterben verholfen hat, lernt den 20jährigen Davide kennen, der sich schuldig fühlt am Tod eines jungen Mädchens, das am Stadtrand mit aufgeschnittenen Pulsadern gefunden wurde. Den einzigen Anhaltspunkt für die Hintergründe ihres Todes bietet eine Kamera, die Alberta in Davides Auto vergaß. Die Fotos zeigen Alberta in pornografischen Posen. Lamberti ist sich nun sicher, dass Albertas Selbstmord ein Mord war ...

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 21.08.2001

Robert Brack stellt zunächst den aus Russland stammenden Schriftsteller Giorgio Scerbanenco vor, der vor allem mit seiner Krimireihe um den Polizisten und ehemaligen Arzt Duca Lamberti zum "Kultautoren" avanciert sei. Die beiden Arten von Büchern, die Scerbanenco geschrieben habe, weltflüchtende Romanzen sowie Desillusionierungsromane um Protagonisten voller Selbstzweifel, rührten aus den Erfahrungen von Armut und Elend, die der Autor früh als Flüchtling gemacht habe. Besonders in der Figur des Lamberti sind solche Ohnmachtserfahrungen gestaltet, meint Brack. Der Rezensent rühmt dabei Kargheit und Knappheit der Sprache, die Scerbanenco für Lambertis Ermittlungen zur Verfügung steht: eine Prosa "voller unterkühlter Emotionen und poetischer Beschreibungen tief empfundener Verzweiflung".
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