Im Oktober 2009 feiert China den 60. Jahrestag der Gründung der Volksrepublik. China ist dieses Jahr Gastland auf der Frankfurter Buchmesse. Für mediale Aufmerksamkeit ist also gesorgt. In ihrem neuen Buch stellt die ORF-Reporterin Menschen in den Mittelpunkt, die typisch sind für die chinesische Lebenswirklichkeit. Cornelia Vospernik erzählt von DVD-Raubkopie-Händlern und spionierenden Nachbarschaftskomitees , von den rauen Sitten der Taxifahrer und den Trends der chinesischen Jugendkultur. Sie beschreibt aber auch das Leben jener, die mit dem chinesischen Regime nicht einverstanden sind: etwa die Aktivistin, die seit 20 Jahren eine Antwort darauf fordert, was mit ihrem Sohn im Juni 1989 auf dem Tiananmen-Platz passiert ist, oder den Vater, dessen Baby an gepanschter Milch gestorben ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Keine Sekunde gelangweilt hat sich Rezensent Peter Sturm bei der Lektüre von Cornelia Vosperniks Reportagen aus dem chinesischen Alltag, die er im Rahmen einer Sammelrezension von Büchern zum 60. Jahrestag der Volksrepublik bespricht. Er schätzt den "angenehmen Plauderton" der österreichischen Fernsehkorrespondentin sowie ihre "Selbstironie". Ob das abwechslungsreiche Buch beim Durchschnittseuropäer den Wunsch weckt, nach China umziehen, scheint ihm freilich zweifelhaft. Er schätzt es, dass Vospernik auf "überflüssige Häme" verzichtet, aber dennoch Missstände deutlich benennt. Die Eigenheiten des Landes würden zur Sprache gebracht. "Die muss man nicht mögen", so der Rezensent, "aber man muss sie akzeptieren."
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