Gianrico Carofiglio

Eine Frage der Würde

Ein Fall für Avvocato Guerrieri. Roman
Cover: Eine Frage der Würde
Goldmann Verlag, München 2016
ISBN 9783442314294
Gebunden, 320 Seiten, 19,99 EUR

Klappentext

Aus dem Italienischen von Viktoria von Schirach. Avvocato Guido Guerrieri ist zurück! Der Richter Pierluigi Rocca befindet sich auf dem Höhepunkt seiner glanzvollen Karriere. Doch genau zu diesem Zeitpunkt scheint es, als würden verborgene Widersacher wegen Bestechlichkeit gegen ihn ermitteln. Voller Sorge wendet er sich an einen alten Freund, den Anwalt Guido Guerrieri, und bittet ihn um Hilfe. Guerrieri ist von der Unschuld Roccas überzeugt und übernimmt offiziell seine Verteidigung. Es gelingt ihm, den Hauptzeugen als unglaubwürdig darzustellen und seine Aussagen damit wertlos zu machen. Doch dann tauchen plötzlich Indizien auf, die Guerrieri vor ein schmerzhaftes Dilemma stellen.

Im Perlentaucher: Den eigenen Lügen glauben

Gianrico Carofiglio gehört zu den erfolgreichsten, aber auch interessantesten und klügsten Krimiautoren Italiens. Er hat in Bari als Staatsanwalt gearbeitet, die Antimafia-Kommission des italienischen Parlaments beraten und schließlich von 2008 bis 2013 für den Partito Democratico im Senat gesessen. Dabei haben seine Kriminalromane nichts Abgebrühtes, sie sind ausgesprochen feinsinnig, fast muss man sie sensibel nennen. Thekla Dannenberg in Mord und Ratschlag

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.06.2016

Jörg Bremer würdigt Gianrico Carofiglios politische Interventionsbereitschaft. Nicht nur dass der frühere Staatsanwalt und einstige Berater der Anti-Mafia-Kommission sich öffentlich zu Wort meldet, auch in seinen vornehmlich der Unterhaltung dienenden Kriminalromanen und bei seinen Lesungen steigt der Autor laut Bremer in den gesellschaftlichen Diskurs ein, etwa indem er für eine offene EU-Flüchtlingspolitik plädiert. Literarische Ermittlungskunst als politische Methode bekommt Bremer geboten, wenn Carofiglio seinen Ermittleranwalt Guerrieri stets mit Sympathie für den Verbrecher Fakten klären lässt. Die nüchterne, juristisch präzise Sprache und das analytische Sezieren der Fälle sind laut Bremer ebenso Carofiglios Markenzeichen wie der Umstand, dass im Roman weniger der Ermittler im Zentrum steht als sein Handeln, seine Aufgabe, die er durchaus mit Selbstzweifeln kämpfend erledigt.
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