Aus dem Russischen von Gianna Frölicher und Joseph Wälzholz. "Gerichtstheater" war in der jungen Sowjetunion eines der populärsten Unterhaltungsgenres. Landesweit wurden kleine Broschüren mit Agitationsgerichten (Agitsudy) in Auflagen von teilweise bis zu 100願 Exemplaren herausgegeben. Die Stücke gehören in den Bereich der Agitation und bilden die Grundlage für die enge Verbindung von Theater und Gericht, die bis heute in Russland zu beobachten ist. Die Stücke sind aber zum Teil auch sehr komisch, geradezu karnevalesk, wenn zum Beispiel Gott oder eine Mücke vor Gericht gestellt werden. Die drei hier ausgesuchten Agitgerichte stehen für unterschiedliche Phasen des Genres und zeigen, dass sich Theater und Gericht immer weniger voneinander unterscheiden lassen. Als das Genre in den 1930er Jahren verschwindet, wird es von einer theatralen Justiz, Laiengerichten und Schauprozessen regelrecht abgelöst.
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