Terrorwarnungen, Gerüchte, die Fake-News-Panik, Skandale und Spektakel in Echtzeit - die vernetzte Welt existiert längst in einer Stimmung der Nervosität und Gereiztheit. Bernhard Pörksen analysiert die Erregungsmuster des digitalen Zeitalters und beschreibt das große Geschäft mit der Desinformation. Er führt vor, wie sich unsere Idee von Wahrheit, die Dynamik von Enthüllungen und der Charakter von Debatten verändern. Heute ist jeder zum Sender geworden, der Einfluss etablierter Medien schwindet. In dieser Situation gehört der kluge Umgang mit Informationen zur Allgemeinbildung und sollte in der Schule gelehrt werden. Medienmündigkeit ist zur Existenzfrage der Demokratie geworden.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 10.03.2018
Rezensent Thomas Thiel taucht mit dem Medientheoretiker Bernhard Pörksen ein ins große Palaver des Netzes. Die Dauererregung, die der Autor anprangert, kann Thiel gut nachempfinden: Kein Sack Mehl, der unkommentiert umfällt, nirgends. Was der Autor der pausenlosen medialen Bedrängung entgegensetzen möchte, Engagement nämlich in Form der konkreten Utopie einer redaktionellen Gesellschaft, findet Thiel allerdings weniger überzeugend als die Analyse der Misere. Pörksens Idee ergäbe in der Konsequenz nur eine weitere Form der Permanenz, ein ewiges Debattieren, fürchtet Thiel.
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