Aus dem Russischen von Franziska Zwerg. Wenn du Tschetschene bist, mußt du deinem Feind eine Unterkunft für die Nacht anbieten, du mußt für die Ehre eines Mädchens sterben, du darfst nicht weglaufen, auch wenn du tausend Gegnern gegenüberstehst. Und du darfst niemals weinen, außer wenn deine Mutter stirbt. Doch wenn du in Rußland keinen Wohnsitz anmelden kannst, ständig als "Schwarzarsch" beleidigt und als Terrorist verdächtigt wirst, nur weil du in Tschetschenien geboren bist, dann weißt du: Auch wenn es schwer ist, Tschetschene zu sein, ist es doch unmöglich, kein Tschetschene zu sein. Sadulajews Roman ist der erste literarische Versuch, die tschetschenische Tragödie aus dem Inneren heraus zu begreifen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 22.12.2009
Berührt zeigt sich Rezensentin Birgit Veit von German Sadulajews Buch "Ich bin Tschetschene", einem "epischen Klagegesang". Sie schwärmt von den lyrischen Naturschilderungen des Autors, um die herum er Geschichte und Mythologie Tschetscheniens entfaltet. Dabei hebt sie hervor, dass Sadulajew nicht chronologisch vorgeht, sondern den Selbstbehauptungswillen der Tschetschenen und die überlegene russische Waffentechnologie aufeinanderprallen lässt. Nicht verschweigen will sie, dass das Buch naturgemäß sehr einseitig daherkommt, wenn es die Tschetschenen als unbeugsame Helden zeigt, die der russischen Übermacht ausgeliefert sind. Veit hätte sich allerdings vom Verlag einen Kommentar mit einer objektiveren Einordnung der subjektiven Sicht des Autors gewünscht. Ihr Fazit: "ein schönes und ein schreckliches Buch".
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…