Gerhard Stadelmaier

Umbruch

Roman
Cover: Umbruch
Zsolnay Verlag, Wien 2016
ISBN 9783552057999
Gebunden, 224 Seiten, 22,00 EUR

Klappentext

"Bub, geh bloß nie zur Zeitung!", beschwört ihn die Großmutter, denn Zeitungen sind für sie des Teufels. Doch das Kind, das der Erzähler einmal war, verfällt dem Zaubermedium. In allen Umbrüchen der Zeiten und der Zeilen: von der kleinen "Stadtpost" über die "Landeszeitung", wo die Rezension als Hochamt gegen alle Anfechtungen des Zeitgeists zelebriert wird, bis hin zur "Staatszeitung", wo die Mauern fallen, die Dämme brechen. Der Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier weiß Bescheid, was im Inneren von Redaktionen passiert. Sein erster Roman, eine Art literarische Autobiografie, ist eine Liebeserklärung an das, was Zeitung war und sein sollte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 18.10.2016

Der "Formulierungsvirtuose" Gerhard Stadelmaier hat einen Roman über seine Zeit als leitender Theaterkritiker in Stuttgart und Frankfurt geschrieben und damit eine Periode eingekapselt - der Roman endet 1993 mit dem Buchmesseempfang der FAZ -, die man als beginnenden Niedergang des Feuilletons begreifen kann, erklärt Rezensent Christoph Bartmann: Zumindest hängt der seit 2015 pensionierte Großkritiker sichtlich den Zeiten nach, als im Feuilleton noch die Kultur-Kultur das Sagen hatte und hehre Rezensionen noch nicht von politischen Beiträgen oder postmodernem Firlefanz in die Randspalte oder gar auf den nächsten Tag geschoben wurden, so Bartmann. Das einstige Personal - der Kritiker bezeugt viele Zigarren und literweise getrunkenen Schnaps - mag sich wiedererkennen, für Außenstehende ist es jedoch hinreichend verklausuliert, so wie auch Stadelmaier selbst nur als "der junge Mann" auftrete und die FAZ als "Staatszeitung" firmiere. Die Lektüre lohnt sich nach Bekunden des Rezensenten wegen der "satirischen und liebevollen Schilderung einer wohl längst untergegangenen Geisteswelt".
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Mehr Bücher aus dem Themengebiet
Stichwörter