Gerd Krumeich (Hg.)

Versailles 1919

Ziele, Wirkung, Wahrnehmung
Klartext Verlag, Essen 2001
ISBN 9783884749456
Gebunden, 390 Seiten, 39,88 EUR

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 24.01.2002

Rezensent Dirk van Laak lobt diesen Sammelband, der sich seiner Auffassung nach als "Synthese mentalitäts- und politikhistorischer Beiträge" zum Versailler Vertrag verstehe. In seiner Wirkung sei dieser Vertrag kaum zu überschätzen, liest er aus den Beiträgen heraus, denn der Versailler Vertrag habe Hitler die Möglichkeit geboten, sich mit dessen schrittweisen "Überwindung" zu profilieren. Er habe auch als Rechtfertigung für die Appeasement-Politik der Alliierten gedient - und als Lehre aus "Versailles" sei es schließlich nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Politikwechsel und zum Marshall-Plan gekommen. Der Sammelband bemühe sich darum, möglichst viele Perspektiven und Reaktionen auf den Vertrag zu berücksichtigen, betont van Laak, und er zählt auf: "vom Papst bis zu den Feministinnen, von Links bis Rechts, von den Niederlanden bis Russland". Auch wenn er diese Spanne mit etwas Häme als "politisch korrekt" bezeichnet, ist er doch von dem Werk angetan.
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Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.07.2001

Die 27 Beiträge des Sammelbandes, die 1999 auf einer Tagung an der Universität Düsseldorf vorgetragen wurden, haben keinen systematischen Zugriff auf den Versailler Vertrag, sondern sind in ihren unterschiedlichen Ausarbeitungen sehr locker gebündelt worden, informiert Eberhard Kolb. Einzelne Beiträge - etwa den von Anton Pelinka über die Zerschlagung Österreich-Ungarns - findet der Rezensent wirklich brillant, andere eher randständig. Auch wenn Kolb meint, dass der Band viele nützliche Informationen und neue Denkanstöße zum Thema Versailler Vertrag enthalte, hält er doch den 1998 veröffentlichten Tagungsband von M. F. Boemke, G. D. Feldmann und E. Glaser - "The Treaty of Versailles" - für den besseren Überblick über die Ergebnisse der neueren Forschung zur Pariser Friedenskonferenz von 1919.
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