Aus dem Englischen von Brigitte Stein. Man könnte behaupten, es sei ein Leichtes, über eine so schillernde Figur wie Truman Capote eine spannende Biografie zu verfassen. Ist es nicht. Obwohl oder gerade weil Capote ein so bewegtes Leben geführt hat. Der Ruhm nach "Kaltblütig" war unendlich - Capote gehörte nicht nur zum New Yorker Jetset, er war Jetset. Aber seine Abstürze waren ebenso maßlos: In den letzten Jahren vor seinem Tod versank er mehr und mehr in Depressionen, in Sucht und Larmoyanz. Zerrissen fühlte er sich schon als kleiner Junge. Seine Mutter war schön, glamourös - und eine unberechenbare Alkoholikerin, sein zur Hochstapelei neigender Vater in Trumans Kindheit kaum präsent. Und trotzdem muss er bereits von seinen Spielkameraden in Alabama als etwas sehr Einzigartiges wie Eigenartiges wahrgenommen worden sein, als einer, der zu verführen weiß, aber auch zu manipulieren.
Die vielen Druckfehler kann die hier rezensierende Schriftstellerin Eva Menasse dem Kein & Aber Verlag verzeihen, ist doch Gerald Clarkes davon befallene Biografie von Truman Capote insgesamt "sehr hilfreich". Hilfreich dabei, den Charakter des überaus begabten Schreiberlings und die ihm entgegengebrachte Verehrung nachzuvollziehen. Die hält Menasse für ein wenig übertrieben. "Der Ruhm, der Truman Capote vorauseilte, war meistens eine Spur größer als die Bücher, die ihn einlösen sollte." In ihrer Besprechung konzentriert sich die Rezensentin auf die Nacherzählung von Capotes Leben und dabei vor allem auf die Schattenseiten, sie schreibt über die Schwierigkeiten bei "Kaltblütig" und dem finalen Großprojekt des ultimativen Gesellschaftsromans, bei dem Capote sich völlig verzettelte. Offenbar hat ihr Clarkes Biografie gefallen und sie hat sie bis zum Ende gelesen.
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