Georg Schmid

Die Geschichtsfalle

Über Bilder, Einbildungen und Geschichtsbilder
Cover: Die Geschichtsfalle
Böhlau Verlag, Wien 2000
ISBN 9783205988892
Broschiert, 438 Seiten, 44,99 EUR

Klappentext

Auf dreierlei weise gehen wir der geschichte in die falle. Indem wir glauben, sie "ereigne sich einfach so", zweitens durch die geschichtsbilder (also unsere kollektiven vorstellungen von geschichte, die diese bis zur unkenntlichkeit entstellen), und schliesslich dadurch, dass wir denken, geschichte lasse sich einfach nach art einer story narrativ darstellen. Eine neue triangulation der geschichte, die auf darstellungslogik und -techniken rücksicht nimmt, die den (überwiegend kollektiv-vorbewussten) einbildungen rechnung trägt und die die feedbacks der geschichtsbetrachtung auf die soziale aktion miteinkalkuliert, kann hingegen so etwas wie eine neue "kartographie" der geschichte hervorbringen, womit ihre theoriefähigkeit nicht mehr hinter der von semiologie, psychoanalyse und narratologie zurückstünde.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 02.03.2001

Genauso wenig wie der Rezensent Martin Stingelin weiß, ob das Prädikat "ideologiekritisch", das er dem Buch verleiht, heutzutage eine Warnung oder eine Empfehlung bedeutet, weiß der Leser der Rezension am Ende etwas darüber, was Stingelin nun eigentlich von diesem Buch hält. Zwar liege die "Klugheit" von Georg Schmids semiotischem Ansatz "in den Fragen, die er stellt", aber bei den Antworten - was übrigens der Rezensent nicht weiter bedauerlich findet - erschöpfe sich das Ganze "in immer neuen Anläufen". Man muss wohl davon ausgehen, dass es dem Autor nach Meinung des Rezensenten gelingt, über die Darstellung des "Konstruktionscharakters unserer Geschichtsbilder" die "Naturalisierung der Geschichte zu durchschauen." Ist man zu diesem erfreulichen Ergebnis gelangt, erfährt man allerdings am Ende der Rezension, dass bereits ein anderer, nämlich Hayden White in seinem Buch "Metahistory", bereits ebensolche klugen Fragen gestellt hat. Was das wiederum für das rezensierte Buch bedeutet, verrät der Rezensent leider nicht.
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