Georg Kreis

Europa und seine Grenzen

Mit sechs weiteren Essays zu Europa
Cover: Europa und seine Grenzen
Paul Haupt Verlag, Bern 2004
ISBN 9783258067100
Broschiert, 228 Seiten, 21,00 EUR

Klappentext

Zum zehnjährigen Jubiläum des Europainstituts der Universität Basel. Wo liegen die Grenzen Europas? Diese schlichte Frage ist - wie andere schlichte Fragen - nicht leicht zu beantworten. Von welchen Grenzen soll die Rede sein? Von alten, überwundenen und doch irgendwie weiter bestehenden Grenzen? Von neuen Grenzen, die bereits wirkungsmächtig zu werden beginnen, bevor sie in Kraft getreten sind? Von Binnengrenzen oder von Aussengrenzen? Von territorialen Grenzen oder von imaginären Grenzen, die in unseren Köpfen eine eigene Realität bilden, die zuweilen stärker ist als die so genannt realen Grenzen? Und geht es schliesslich nicht auch um die Grenzen des Wachstums? Die letzte oder erste Frage allerdings gilt dem Sinn dieses Fragens: Warum - und warum gerade jetzt - über die Grenzen Europas nachdenken?

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 30.04.2004

Der "Kst." zeichnende Rezensent lobt zwar, dass "Europa und seine Grenzen" des Basler Professors für neuere Geschichte Georg Kreis "flüssig geschrieben und leicht lesbar" ist -letztlich jedoch an der selbstgestellten Frage scheitere: "Wo liegen die Grenzen Europas?" Das weiß auch Kreis nicht wirklich zu sagen, meint der Rezensent. Kreis' Vorgehen könne man deshalb "als eine auf verschiedenen Pfaden versuchte Annäherung an die sich letztlich als unmöglich erweisende Antwort bezeichnen". Herangezogen würden Geschichte, Geographie, Wirtschaft, Religion, Kultur und Rechtsordnung. Umsonst. "Es gibt auf die zentrale Frage des Buches keine Antwort oder, anders gesagt, viele Antworten." Die Probleme beginnen laut "Kst." schon gleich nach dem prägnanten Schlüsselsatz: "Die Grenzen Europas liegen dort, wo die Handlungsfähigkeit der EU aufhört." Das klinge gut; aber was sei "denn unter 'Handlungsfähigkeit' zu verstehen"? Und könne die EU auch außerhalb der Grenzen ihrer Mitgliedländer - also zum Beispiel in der Schweiz - als handlungsfähig bezeichnet werden? Dass der Autor Präsident der Eidgenössischen Kommission gegen Rassismus ist, wird für den Rezensenten in seiner Haltung zum EU-Beitritt der Türkei deutlich. Hier gebe es eine "veritable Kollegenschelte" für jene deutschen Historiker, die "ein Feindbild" pflegten. Insgesamt: eine "gedanklich reiche Abhandlung eines aktuellen Themas", ja mehr: "eine wahre Fundgrube zum Thema Europa", lobt der Rezensent.
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