Jahrbuch für Europäische Geschichte

Band 3: 2002
Cover: Jahrbuch für Europäische Geschichte
Oldenbourg Verlag, München 2002
ISBN 9783486566215
Broschiert, 253 Seiten, 39,80 EUR

Klappentext

Herausgegeben am Institut für Europäische Geschichte von Heinz Duchhardt in Verbindung mit Wlodzimierz Borodziej, Peter Burke, Ferenc Glatz, Georg Kreis, Pierangelo Schiera, Winfried Schulze. Schwerpunktthema: "Europäische lieux de memoire?" Mit Beiträgen von Peter Funke, Bernd Schneidmüller, Jean-Marie Moeglin, Robert J. W. Evans, Günther Lottes und Gustavo Corni. Andere Beiträge: Volker Jarren: Europäische Diplomatie im Zeitalter Ludwigs XIV. Das Beispiel Johann Daniel Kramprichs von Kronenfeld (1622-1693). Wolfgang Burgdorf: "Süße Träume". Vorbehalte gegen europäische Einigungskonzeptionen in der Frühen Neuzeit. Marie-Emmanuelle Reytier: Die deutschen Katholiken und der Gedanke der europäischen Einigung 1945-1949. Wende oder Kontinuität? Karl Otmar Freiherr von Aretin: Die deutsch-sowjetischen Historikerkolloquien in den Jahren 1972-1981. Ein Erfahrungsbericht.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 05.10.2002

Unter den Historikern kursiert seit einigen Jahren eine von den Franzosen angestoßene Debatte über die Möglichkeiten nationalen und europäischen Erinnerns, weiß Georg Kreis. Der Grundfrage einer europäischen Erinnerungskultur sei auch der vorliegende Sammelband gewidmet. Dessen Autoren allerdings hätten für diese Idee nicht allzu viel übrig, hat der Rezensent erkannt. Sowohl das "Konzept der Erinnerungsorte" als auch deren Gültigkeit für den europäischen Raum erscheinen den Autoren, stimmt auch der Rezensent zu, äußerst zweifelhaft. Denn auch Kreis mag wie die Historiker, die in diesem Band als Autoren vertreten sind, nicht daran glauben, dass allein schon wegen der "Fragmentierung der politischen Gewalt" in Europa überhaupt eine "Einheit der Erinnerung" möglich sein könnte.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 12.09.2002

Den Aufsatz von Marie-Emmanuelle Reytier greift sich der "tth" zeichnende Rezensent aus dem Jahrbuch heraus (oder besteht es nur aus diesem Beitrag? Man erfährt es hier nicht.) und skizziert in äußerster Kürze, was die Autorin umtreibt, nämlich die gegensätzlichen politischen Konzepte eines "Donau-Europa" und eines "Europa als dritten Weg". Die jeweils dafür stehenden politischen Repräsentanten sind für Reytier auf der einen Seite Otto von Habsburg und die seine Haltung verbreitende Zeitungs-Öffentlichkeit von Rheinischem Merkur und Neues Abendland, auf der anderen Seite die Frankfurter Hefte. Dass beide Konzepte sich auch nach dem Zweiten Weltkrieg nicht durchsetzen konnte, meint Reytier - und mit ihr offenbar "tth" - lag in der Attraktivität der Adenauerschen Idee der Westintegration für die katholischen Eliten.
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